Neue Verbote am Starnberger See: Strenge Vorschriften für Badegäste an beliebtem Erholungsgelände

Am Erholungsgelände Ambach am Starnberger See ist an warmen Sommertagen viel los. An dem langen Ufer breiten Badegäste ihre Picknickdecken aus oder rammen ihren Sonnenschirm in die Erde. Manche haben Kühltaschen, andere ihre Liegestühle mitgebracht. Auch mit Luftmatratzen oder aufblasbaren Schwimminseln sind viele Besucher für ihren Tag am See gewappnet. Andere wollen sich hier im flachen Wasser einfach nur in Ruhe erfrischen.
Doch um diese Ruhe war es in der Vergangenheit – vor allem an den gut besuchten Wochenenden – teils geschehen. Es gab Beschwerden über die von Grillenden verursachten Rauchschwaden, über achtlos in die Natur geworfene Verpackungen und über laute Musik.
Neue Verbote am Erholungsgelände Ambach am Starnberger See
In diesem Sommer soll nun alles ein wenig geregelter ablaufen. Denn seit dem Beginn der diesjährigen Badesaison gelten am Erholungsgelände Ambach einige neue Vorschriften. Ein entsprechendes Maßnahmenpaket hatte der Kreistag im November 2025 beschlossen.
Ergebnis: Die Feuerstellen am Seeufer seien entfernt worden; das Grillen sei im gesamten Erholungsgebiet untersagt. Zudem dürften während des Badebetriebs keine Kites ausgelegt werden, teilt das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen mit. Die Regelungen zum Mitführen von Hunden blieben zudem unverändert – sprich, auch in diesem Jahr heißt es wieder: Während der Badesaison bis zum 15. September haben Hunde hier am See nichts zu suchen. Außerhalb dieser Zeit gilt eine Leinenpflicht.

Die Regeln der überarbeiteten Satzung bilden "neben der Rücksichtnahme auf andere Gäste die rechtliche Grundlage für ein geordnetes Miteinander von Freizeitnutzung und Naturschutz", wie das Landratsamt am 23. Juli in einer Mitteilung schrieb. Das Erholungsgelände Ambach befindet sich im Landschaftsschutzgebiet "Ostufer Starnberger See bei Münsing" und wird vom Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen betrieben.
"Erholungsgelände Ambach ein wichtiger Ort der Erholung"
Die Satzung war vor einiger Zeit Thema eines jährlich stattfindenden "Betreuungsgesprächs" zum Erholungsgelände Ambach. Vertreter von Gemeinde, Landratsamt, Maschinenring, Polizei, Zweckverband, Erholungsflächenverein sowie weiteren Fachstellen sprachen dabei über die jüngsten Entwicklungen und beschlossenen Maßnahmen.
Der Münsinger Bürgermeister Hubert Bernwieser verwies dabei auf die Bedeutung des Erholungsgeländes für die Gemeinde und die gesamte Region: "Das Erholungsgelände Ambach ist ein wichtiger Ort der Erholung, nicht nur für die Menschen in unserer Gemeinde, sondern für den gesamten Großraum München", sagte er laut der Mitteilung.

Mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum steige jedoch auch der "Nutzungsdruck auf unsere Natur- und Erholungsflächen", so der Bürgermeister von Münsing. "Das zeigt sich unter anderem in einem höheren Verkehrsaufkommen, mehr Müll und einer zunehmenden Überfüllung an stark frequentierten Tagen." Ziel sei es, "diesen wertvollen Naturraum langfristig zu erhalten und gleichzeitig eine attraktive Naherholung für alle zu ermöglichen", so Bernwieser. "Dafür brauchen wir ein rücksichtsvolles Miteinander und Lösungen, die den Bedürfnissen von Mensch und Natur gleichermaßen gerecht werden."
Beschwerden über Rauchbelästigung – Grillen untersagt
Dass die früheren Feuerstellen am Seeufer aufgelöst und das Grillen untersagt wurden, hat nach Angaben von Landratsamtssprecherin Marlis Peischer verschiedene Gründe: Hintergrund seien vermehrte Beschwerden über Rauchbelästigung sowie das durch längere Trockenphasen erhöhte Waldbrandrisiko gewesen.
Das Feuermachen und Grillen habe "überhandgenommen", heißt es weiter in einer früheren Mitteilung des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen mit Blick auf die neuen Verbote am Erholungsgelände Ambach. Von den entfernten Feuerstellen am Seeufer einmal abgesehen, gilt demzufolge, dass das Grillen auf den Liegewiesen "weiterhin untersagt" ist, "um die Situation zu verbessern und Konflikte zu vermeiden".
Strenge Regeln für Badegäste: Bei Verstoß kann ein saftiges Bußgeld drohen
Zur besseren Information seien auf dem Gelände neue Übersichtstafeln installiert worden. Auch nach den angepassten Verbotsschildern entlang des Ufers muss man nicht lange suchen: "Bitte leise", "Abfalleimer benutzen", "ferngesteuerte Geräte verboten" oder "Übernachten verboten" ist darauf zu lesen. Zudem machen die Schilder auf das Grill-, Kite- und Hundeverbot während der Badesaison am Erholungsgelände Ambach aufmerksam. Verstöße könnten "mit einer Geldbuße von bis zu 2500 Euro" geahndet werden, ist ebenfalls auf den Schildern am Ufer zu lesen.

Eine weitere Neuerung am Erholungsgelände Ambach: Seit dieser Saison sei ein beauftragter, privater Sicherheitsdienst auf dem Erholungsgelände unterwegs, bestätigte Landratsamtssprecherin Marlis Peischer. Dieser könne zum Beispiel Fragen von Badegästen beantworten oder sie auf die Regeln hinweisen.
Welchen Effekt haben die Kontrollen? Es sei noch zu früh, um dies wirklich bewerten zu können, so die Landratsamtssprecherin zur AZ. Aber so viel könne man bereits sagen: "Es lässt sich gut an." Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes kämen "gut ins Gespräch mit den Badegästen", sagt sie.
Auch der Müll hier am Starnberger See ein Problem
Eine der großen Hinweistafeln hängt an der Außenwand vom Kiosk "Alpenblick", wo sich Badegäste neben der großen Liegewiese eine Portion Pommes oder ein kühles Getränk holen. Wie kommt das neue Grillverbot auf dem Erholungsgelände bei den Menschen an? "Es halten sich in der Regel alle Leute dran", so die Einschätzung von Kiosk-Betreiber Florian Schwartzer, "das finde ich großartig", sagt er. "Vorher war es eine Katastrophe", ergänzt er auf AZ-Nachfrage und sagt, dass der durch das Grillen verursachte Rauch nun ausbleibe.
Was ist mit dem Müll? Am Rande des Geländes stünden Container bereit, sagt Marlis Peischer. Badegäste würden gebeten, ihren Abfall mit nach Hause zu nehmen. "Dass Leute mit dem neu verpackten SUP kommen und die Verpackung vor Ort entsorgen wollen, auch das sollte man vermeiden."
Probleme gab es anfangs bei den solarbetriebenen Parkautomaten an den gebührenpflichtigen Parkplätzen, wo laut der Mitteilung des Landratsamts "wiederholte Störungen bei der Kartenzahlung und unzureichende Sonneneinstrahlung zu Ausfällen" geführt hatten. Ist das technische Problem bei den Parkautomaten mittlerweile behoben? "Manchmal hakt es noch", so Sprecherin Marlis Peischer. "Wir arbeiten an einer Lösung."