Neue Online-Abzocke: Betrug bei Immobilienkauf

Diese Betrugsform trifft bisher meist Firmen: "Business E-Mail Compromise". Nun versuchen laut Polizei Cyber-Kriminelle auch Bürger so beim Wohnungskauf abzuzocken. Wo jetzt Vorsicht geboten ist.
dpa |
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Die Betrüger manipulierten den Mail-Verlauf zwischen der Käuferin und dem Makler. (Symbolbild)
Die Betrüger manipulierten den Mail-Verlauf zwischen der Käuferin und dem Makler. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
München

Beim geplanten Kauf einer Wohnung haben eine Münchnerin und ihr Partner mehr als eine Million Euro durch eine neuartige Betrugsmasche verloren. Die Polizei warnt die Bevölkerung vor manipulierten E-Mails.

Die 60-Jährige hatte im Sommer nach Absprache mit ihrer Bank den siebenstelligen Betrag an einen Makler überwiesen. Doch das Geld kam der Schilderung der Polizei nie bei ihm an. Das Paar verlor seine gesamten Rücklagen.

"So eine Art Fall hatten wir bisher nicht"

Die bisher unbekannten Täter hatten lange im Voraus geplant: Sie gründeten eine GmbH mit ähnlichem Namen wie die Immobilienfirma. Und der E-Mail-Austausch zwischen Makler und Käuferin wurde laut Polizei manipuliert. Sie fingen die Zahlungsaufforderung ab und tauschten im Text der Mail die Bankverbindung aus.

"Der Super-GAU war, dass es eine Sofortüberweisung war, weil die Schlüsselübergabe am selben Tag stattfinden sollte", sagte der Münchner Kriminaloberkommissar Sebastian Wirth. So hatten die Täter sofortigen Zugriff auf das Geld und verteilten es unter anderem im EU-Ausland.

Diese Masche gebe es größtenteils im Unternehmensbereich unter dem Namen "Business E-Mail Compromise". Betrüger verschaffen sich - teils Monate zuvor - Zugriff auf Unternehmenskonten, fangen Nachrichtenverläufe ab und manipulieren Zahlungsforderungen. Neu ist das Vorgehen laut Polizei bei Privatleuten. "So eine Art Fall hatten wir bisher noch nicht", sagte Wirth.

"Glück im Unglück"

Weil der Betrug schnell der Polizei gemeldet wurde, konnten bislang knapp 900.000 Euro des überwiesenen Geldes gesichert und der Frau zurückgegeben werden. Das sei "Glück im Unglück". Bei Echtzeitüberweisungen stünden die Chancen nach längerer Zeit bei fast Null.

Der Rat der Polizei: Der effektivste Schutz gegen unbefugte Zugriffe auf E-Mail-Konten sei die Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA). Sie stelle für Cyberkriminelle eine erhebliche Hürde dar. Unterstützt werden sollte dies durch lange, individuelle Passwörter und eine sorgfältige Überwachung des Posteingangs.

Vor größeren Anschaffungen sollten die Zahlungsaufforderungen ganz genau überprüft werden. Beim Immobilienkauf könne der Blick auf die notarielle Urkunde helfen: Auf dieser sei die IBAN des Verkäufers vermerkt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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