Neu gestaltetes Museum präsentiert schwäbische Krippenkunst

Mit dem "ältesten Christkind der Welt" und historischen Krippen will ein Spezialmuseum im Allgäu in der Weihnachtszeit an die Tradition der Krippenkunst aus Schwaben erinnern. Das Krippenmuseum in Mindelheim dokumentiert mit 500 bis 700 Jahre alten Jesusfiguren die Bedeutung der Region für die kirchliche Kunstgeschichte.
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Die Figur eines "schreitenden Christkindes", von Michel Erhart, ist im Krippenmuseum ausgestellt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
dpa Die Figur eines "schreitenden Christkindes", von Michel Erhart, ist im Krippenmuseum ausgestellt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Mindelheim - Mit dem "ältesten Christkind der Welt" und historischen Krippen will ein Spezialmuseum im Allgäu in der Weihnachtszeit an die Tradition der Krippenkunst aus Schwaben erinnern. Das Krippenmuseum in Mindelheim dokumentiert mit 500 bis 700 Jahre alten Jesusfiguren die Bedeutung der Region für die kirchliche Kunstgeschichte.

"Im neuen Schwäbischen Krippenmuseum verfolgen die Besucher die Spur der Weihnachtskrippen vom Anfang bis in die Gegenwart", teilte die Stadt Mindelheim mit. Das Museum in einem ehemaligen Jesuitenkolleg ist aber nicht gänzlich neu, im kommenden Jahr feiert es das 30-jährige Bestehen. Es war aber mehrere Jahre für den Umbau geschlossen und ist zur diesjährigen Weihnachtssaison neu konzipiert wieder geöffnet worden.

In dem Museum werden mehrere Dutzend Krippen präsentiert. Allerdings sind zwei Einzeldarstellungen von Jesus als Kind die wichtigsten Exponate des Hauses. Darunter sei das "älteste Christkind", das um das Jahr 1300 von Nonnen im Dominikanerinnen-Kloster in Leutkirch im Allgäu (Baden-Württemberg) verehrt worden sein soll. Der kleine Jesus sitzt bei der Darstellung im Schneidersitz und lutscht an einem Finger. In der damaligen Zeit habe sich die Darstellung des Christkinds von der Weihnachtsgeschichte gelöst, erklärt das Museum den kunstgeschichtlichen Hintergrund.

Schwerpunkt der Verehrung solcher Andachtsbilder seien in früheren Jahrhunderten schwäbische Frauenklöster gewesen. Das zweite Prunkstück des Museums ist ein in diese Linie einzureihendes spätgotisches Jesuskind. Erst vor wenigen Jahren wurde die 40 Zentimeter große Figur als Werk des Künstlers Michel Erhart identifiziert. Der Bildhauer hatte Ende des 15. Jahrhunderts in Ulm (Baden-Württemberg) gewirkt und dort auch an der Ausstattung des Münsters mitgewirkt. Der Wert seiner Jesus-Darstellung wird auf mindestens eine Million Euro geschätzt.

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