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Großstörung bei der DB: Münchner S-Bahnen betroffen – Verspätungen und Ausfälle bis zum Morgen

Rund zwei Stunden ging nichts mehr bei der Deutschen Bahn. Welchen Grund der Konzern nannte, was Reisende erlebten, und wie es um weitere Verspätungen oder Ausfälle steht.
AZ/dpa |
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Passagiere gehen am Morgen, nach dem bundesweiten Ausfall bei der Deutschen Bahn, über den Hauptbahnhof München zu ihren Zügen. Es ist noch mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen.
Passagiere gehen am Morgen, nach dem bundesweiten Ausfall bei der Deutschen Bahn, über den Hauptbahnhof München zu ihren Zügen. Es ist noch mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen. © Foto: Peter Kneffel/dpa

Gestrandete Reisende und sehr lange Warteschlangen an den Bahnhofsinformationen: Eine deutschlandweite Störung hat bei der Deutschen Bahn (DB) am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Es waren etliche Reisende betroffen. Auch der S-Bahn-Verkehr in München stand still.

Wegen der Bauarbeiten an der zweiten Stammstrecke kommt es aber zwischen dem 23. und 26. Juni zeitweilig ohnehin zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr in der Landeshauptstadt. Laut der Störungskarte der Deutschen Bahn waren auch Regionalzüge in Bayern betroffen.

"Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder", bestätigte ein Bahnsprecher der AZ . Am Morgen sei der Verkehr Schritt für Schritt weiter angelaufen. Der Grund für den Stopp des Zugverkehrs war demnach eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R. 

"Die Ursachenforschung läuft da bereits", so der DB-Sprecher: "Es kommt heute auch in München und Bayern noch zu Folgeverspätungen. Wie lange noch, ist nicht genau abzusehen. Wir empfehlen Reisenden, Ihre jeweilige Verbindung im Blick zu behalten, online und auf der  App DB Navigator finden sich stets die aktuellen Informationen."

Die DB Regio Mitte teilte auf der Plattform X mit, bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert habe, müsse heute mindestens bis 6 Uhr mit hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen gerechnet werden. Auf der Regionalseite der DB für Nordrhein-Westfalen hieß es nach dem Ende der Störung: "Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat, wird es jedoch noch einige Zeit dauern." Man solle mit hohen Verspätungen und Ausfällen rechnen.

Kaum Auskünfte für Reisende

Viele Reisende saßen durch den Ausfall fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben – in Frankfurt am Main berichteten Menschen aber zum Beispiel, es gebe in der ganzen Stadt gar kein Hotelzimmer mehr. Und: Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr dort nahezu ohne Passagiere los. Niemand hatte den vielen Wartenden vor der Abfahrt Bescheid gegeben. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gab. Aber die Bahn-Mitarbeiter seien freundlich und ansprechbar gewesen, hieß es.

GSM-R steht für "Global System for Mobile Communications – Railway"

Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert – ohne allerdings zu erklären, worin sie bestand. IT-Experten der DB hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. "Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden", hieß es weiter. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der "Bild"-Zeitung, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden. 

GSM-R steht für "Global System for Mobile Communications – Railway". "Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG", heißt es auf der Webseite der DB InfraGo, der Betreiberin der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern.

Auch S-Bahnen, Privatbahnen und Güterverkehr betroffen

Von der Störung betroffen waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge, sondern auch S-Bahnen, die von der DB betrieben werden, und Privatbahnen. In Berlin etwa war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt, ebenso in Stuttgart.

Still stand außerdem der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist. Der Verband der privaten Güterbahnen forderte deshalb eine genaue Aufarbeitung des zweistündigen Ausfalls. Die Ursache für den Ausfall am späten Dienstagabend dürfe "nicht allein durch eine 'Selbstauskunft' der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden", sagte Peter Westenberger, Geschäftsführer des Vereins "Die Güterbahnen/Netzwerk Europäischer Eisenbahnen" der dpa. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs.

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