Nach Pisa: Sechs Stunden mehr an Bayerns Grundschulen

Der Aufschrei nach der jüngsten Pisa-Studie war wieder einmal groß. In Bayern reagierte die Politik sofort: mit Zusatzstunden. Vieles ist noch unklar, aber der große Rahmen steht jetzt.
dpa |
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Grundschüler in Bayern sollen mehr Unterricht bekommen. (Symbolbild)
Grundschüler in Bayern sollen mehr Unterricht bekommen. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa
München

Die Ausweitung des Unterrichts an Bayerns Grundschulen als Reaktion auf das schlechte Abschneiden bei der Pisa-Bildungsstudie nimmt Formen an. "Vorgesehen ist, an der Grundschule in den nächsten Jahren insgesamt sechs Stunden zusätzlich einzuführen. Gestärkt werden sollen die Fächer Mathematik, Deutsch, Sport und Musik", teilte das Kultusministerium auf Anfrage mit.

Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine", unter Verweis auf Angaben des Vorsitzenden des Bildungsausschusses im Landtag, Peter Tomaschko (CSU), berichtet. Demnach sollen in den Jahrgangsstufen eins und zwei jeweils eine Stunde, in den Jahrgangsstufen drei und vier jeweils zwei Stunden zusätzlich pro Woche kommen. Dazu machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

Zusätzliche Sportstunde für die ersten Klassen

Die genaue Ausgestaltung werde derzeit gemeinsam mit der Schulfamilie besprochen und erarbeitet, erläuterte hingegen das Ministerium. Ein Sprecher ließ zunächst auch offen, ab wann die Ausweitung der Stundentafel greifen werde. Die bereits seit längerem zum kommenden Schuljahr 2027/28 angekündigte Zusatzstunde in Sport für die ersten Klassen zähle aber zu den sechs neuen Stunden hinzu, ergänzte er. 

Für die dann nötigen neuen Stellen für Lehrkräfte würden "auf jeden Fall" weitere Planstellen im neuen Doppelhaushalt benötigt. Wie viele, ließ der Sprecher jedoch offen. Die Reform erfordert laut Tomaschko nach einer ersten groben Schätzung 1300 zusätzliche Lehrkräfte, deren Stellen binnen zweier Jahre geschaffen werden sollen.

Das jüngste Pisa-Bildungsmonitoring hatte erhebliche Defizite der Schülerinnen und Schüler in Deutschland zutage gefördert. So erfüllten große Teile der 15-Jährigen nicht die Mindeststandards in Fächern wie Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften. Bayern hatte bereits auf das vorangegangene schlechte Testergebnisse reagiert und die Fächer Deutsch und Mathematik in der Grundschule aufgestockt - allerdings zulasten anderer Fächer wie Musik, Kunst oder Englisch.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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