Nach Lawinen-Unglücken in Österreich: Ruf nach Konsequenzen

Wer sich bei hoher Lawinengefahr in den freien Skiraum abseits der Piste wagt, handelt nach Überzeugung einer Ministerin grob fahrlässig. Für die Betroffenen kann das Abenteuer teuer werden.
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Nach elf Lawinentoten in den Alpen seit vergangenem Freitag wird die Frage der Bergungskosten aufgeworfen
Nach elf Lawinentoten in den Alpen seit vergangenem Freitag wird die Frage der Bergungskosten aufgeworfen © Zoom.Tirol/APA/dpa
Innsbruck

Die jüngsten Lawinen-Unglücke in den Alpen entfachen eine Diskussion über Konsequenzen. Trotz eindringlicher Warnungen hätten sich die Wintersportler ins freie Gelände gewagt und damit grob fahrlässig gehandelt, sagte die Tiroler Landesministerin für Sicherheit, Astrid Mair, der "Kronen Zeitung". 

Wenn Appelle nicht ausreichten, sei zu überlegen, welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig seien. "Erfahrungsgemäß ist es so, dass nur hohe Einsatzkosten, die verrechnet werden müssen, nachhaltig wirken", sagte Mair. Auch Versicherungen müssten sich bei derartig grob fahrlässigem Verhalten beim Verursacher schadlos halten. 

Hubschrauber-Einsatz ist teuer 

Nach Angaben des Österreichischen Alpenvereins kostet der Einsatz eines Hubschraubers für 40 Minuten zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Dazu kämen noch die Kosten für die Bergretter, meist auch im vierstelligen Bereich, hieß es. 

"Viele sind verwundert über die Höhe der Rechnung", sagte der Versicherungsexperte Manuel Maringgele. Im besten Fall könne die Rechnung dank der Versicherung des Verunfallten eingereicht werden. In Einzelfällen seien auch schon 15.000 bis 20.000 Euro an Bergungskosten angefallen. Jeder solle vor einer Tour im Hochgebirge seinen Versicherungsschutz unbedingt prüfen. Im Todesfall müssten in der Regel die Angehörigen die Rechnung übernehmen, so der Versicherungsexperte zur dpa. 

Schweiz senkt Lawinenwarnstufe 

Seit vergangenen Freitag sind in den Alpen insgesamt elf Wintersportler unter Lawinen ums Leben gekommen. Sieben starben in Österreich, jeweils zwei in Italien und der Schweiz. Es gab auch mehrere Verletzte. 

In der Schweiz wurde die zweithöchste Lawinenstufe inzwischen aufgehoben. "Was nicht heißt, dass jetzt alles harmlos ist", betonte Kurt Winkler vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in der Schweiz. In Österreich bleibt das Lawinenrisiko in Teilen Vorarlbergs, Tirols und Salzburgs hingegen weiterhin auf der zweithöchsten Stufe.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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