Nach langer Pause: Luxus-Hotel am Tegernsee hat wieder eröffnet
Gerade einmal fünfeinhalbtausend Menschen leben in Rottach-Egern am Südufer des Tegernsees. Mitten in der idyllischen Gemeinde steht ein Fünf-Sterne-Resort der Superlative: das Althoff Seehotel Überfahrt – 176 Zimmer und Suiten, fünf Restaurants, sieben Tagungsräume und ein Spa-Bereich über mehr als 3000 Quadratmeter mit Saunen und Dampfbädern. Selbst der Pool misst stolze 28 Meter – so groß, dass darin ein Blauwal Platz finden könnte. Gerade müsste er allerdings auf dem Trockenen liegen, denn der Poolbereich steckt noch mitten im Umbau.
Andere Bereiche sind derweil schon fertig: Nach einer sechswöchigen Schließung des Hotels (AZ berichtete) konnten bereits die ersten Gäste wieder anreisen – denn die lautesten Arbeiten seien erledigt.
"Wir sind punktgenau fertig geworden und haben am 27. Februar wieder eröffnet", erzählt der Hotelmanager Vincent Ludwig. "Ich glaube, der erste Gast hat schon um Viertel nach zehn eingecheckt." Der 53-Jährige arbeitet seit 18 Jahren im Hotel Überfahrt in der Überfahrtstraße 10 in Rottach-Egern. Die Geschichte des Resorts geht aber noch viel weiter zurück.
Fünf-Sterne-Resort in Rottach-Egern präsentiert erste Ergebnisse des Luxusumbaus
1873 eröffnete Josef Höß den Gasthof zur Überfahrt am Ufer des Tegernsees. Die Fährschiffer gaben der Überfahrt einst ihren Namen. Und noch heute führe Tag für Tag ein alter, bayerischer Ruderer zur Anlegestelle des Hotels und bringe Gäste ans Ufer der Egerner Bucht.
Das heutige Fünf-Sterne-Resort steht für Luxus und Qualität. Wer sich hier eine Auszeit gönnt, hat in der Regel Geld – und oft auch einen Namen. Auch das hat Tradition: So kehrten hier schon große Persönlichkeiten wie der Opernsänger und Schauspieler Leo Slezak ein. Auch Fürst Rainier von Monaco sei bereits zu Gast gewesen.
Das Hotel hat sich in den vergangenen 150 Jahren grundlegend gewandelt. Immer wieder wurde es umgebaut und modernisiert. Die neuesten Renovierungsarbeiten sind noch im Gange, ein großer Teil ist allerdings bereits geschafft. So können es sich die Gäste schon jetzt in der neu gestalteten Lobby-Bar gemütlich machen und einen Cocktail schlürfen.

Der Bereich ist mit einem etwas dunkleren Holzboden ausgelegt, in der Mitte erstreckt sich ein beiger Teppich. Im Raum verteilt stehen goldene Tische, dunkle Sessel sowie rote und orangefarbene Hocker. Hinter der Bar reihen sich Glasflaschen, und um eine Säule gruppieren sich besonders edle und schmucke mit hochprozentigem Inhalt.
Elegant-Nature-Stil überall
Viele kleine Lampen tauchen den Raum in warmes Licht. Grundsätzlich folgt die Neugestaltung der Bar – ebenso wie aller anderen Bereiche – einem klaren Konzept, wie Hotelmanager Vincent Ludwig der AZ sagt. "Als wir 2010 die Lobby und Restaurants umgebaut haben, entschieden wir uns für einen bestimmten Look, den Elegant-Nature-Stil. Der zum einen schon elegant und luxuriös ist, aber trotzdem noch in die Natur und Gegend hier am Tegernsee passt", erzählt der Manager.

Dieser Elegant-Nature-Look zeichne sich durch viele warme Farben und Erdtöne aus sowie durch die Verwendung von viel Holz. Allerdings sei dem Resort auch wichtig gewesen, nicht zu viel von dem Naturstoff zu verwenden, merkt Vincent Ludwig an: "Wir wollten nicht, dass es 'jodelt', wie in Tirol, sondern diese Klasse und dieses internationale Flair."
Das scheint gut anzukommen: Die ersten Stammgäste hätten bereits positives Feedback gegeben. "Das freut uns natürlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so der gelernte Hotelkaufmann.
Noch zwei weitere Umbauprojekte sind bereits abgeschlossen: Die zwei Master-Suiten haben ebenfalls frischen Wind und ein Umstyling im Elegant-Nature-Look bekommen. "Auch da war das Design ein bisschen veraltet", sagt Vincent Ludwig.
Luxus-Suiten: Zwischen 8000 und 10.000 Euro zahlt man hier pro Nacht
An Luxus mussten die beiden Mega-Suiten dabei aber freilich nicht einbüßen. Beide verfügen über mindestens zwei Schlafzimmer, was je nach Bedarf auch noch erweitert werden kann, sagt Ludwig.
Die Presidential Suite besitzt zudem einen privaten Aufzug, der bis runter in die Tiefgarage führt, sowie eine eigene Küche – denn die Gesellschaft, die solch eine Suite bucht, habe oft auch einen eigenen Koch – logisch.
Und wie tief muss man für die Suiten in die Tasche greifen? Tief. Zwischen 8000 und 10.000 Euro zahle man hier pro Nacht. Für Vincent Ludwig ein fairer Preis: "Wenn man in München solch eine Suite bucht, zahlt man zwischen 14.000 und 25.000 Euro."

Gerade müssten die Suite-Bewohner und alle anderen Gäste allerdings noch auf einige Annehmlichkeiten verzichten. Wie bereits erwähnt, steckt der Poolbereich noch in den Umbauten, und auch der modernisierte Kinderspielbereich ist noch in Arbeit.
Eröffnungsevent im Sommer
Dafür kann man sich schon wieder massieren lassen und andere Spa-Behandlungen sind bereits buchbar. Wie der Poolbereich aktuell aussieht, will das Resort nicht preisgeben und lieber das fertige und schicke Endergebnis präsentieren. Im Sommer, wenn alles fertig ist, soll es dann auch ein Eröffnungsevent geben, sagt Manager Vincent Ludwig. Wie viel der Umbau insgesamt kosten wird, möchte er noch nicht verraten – das könne sich schließlich noch ändern.
Eine letzte Frage wäre da noch – wenn auch nicht für alle von größter Relevanz: Werden die Preise nach dem Mega-Umbau angehoben? „Ich glaube schon, dass wir eine moderate Steigerung haben werden“, sagt der Manager. Er begründet das aber nicht direkt mit dem Umbau, sondern mit der aktuellen Weltlage, der Inflation, den steigenden Kosten. Aber er kann die Gäste auch beruhigen: "Es wird in keinem Maße sein, wo man sagt, wir seien verrückt geworden."

