Nach der Rasenmäher-Methode

Nürnbergs kleinmütiges Verbot für Thomas Mays Projekt „Gras wächst“
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Aufgehoben und aufgeschoben: Projektleiter Thomas May.
Berny Meyer Aufgehoben und aufgeschoben: Projektleiter Thomas May.

Nürnberg - Nürnbergs kleinmütiges Verbot für Thomas Mays Projekt „Gras wächst“

Die neue Nürnberger Maßeinheit in Sachen zeitgenössischem Kunst-Verständnis zeigt Wirkung bei Kulturreferentin und Stadtspitze: Weil das Projekt, das Thomas May mit seinem privaten „Grashalminstitut“ auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände realisieren wollte, „drei Mal so schlimm wie der Stuhlturm“ von Olaf Metzel sein sollte (so das wild gestreute Gerücht), wurde die bereits abgesegnete Gruppenschau gestoppt. Courage und Detail-Kenntnis sehen anders aus. Provokationen aber auch. Wie die Ideenskizze in der Kunsthalle belegt. Dort verteidigt May heute (20 Uhr) nochmals öffentlich das Projekt „Gras wächst“, das regelrecht unter den Rasenmäher geriet.

Auslöser waren dabei nicht die Bremsspuren-Aktionen des Albert Braun oder Klaus Dauvens hingekärcherte Fußabdrücke auf der Zeppelintribüne, sondern die zeitlich begrenzte „Rasenmäher-Zeichnung“ des Kölners Ralf Witthaus. Der wollte mit der Motorsense 200000 Striche bis zur Grasnarbe ziehen – Erinnerung an SA- und SS-Appelle im Luitpoldhain. Von städtischer Seite war auf einmal von „Einfräsungen“, „Einkerbungen“ und Gefahr für Klassik-Open-Air-Hörer die Warnung. Falsch, sagt Witthaus, nach 14 Tagen und bis 27. Juli hätte man den Eindruck gehabt, die absurde Denkmalsarbeit „wäre nie dagewesen.“

Die kalten Füße blieben, das Projekt wurde nicht an die laufende Kunsthallen-Schau „Das Gelände“ angedockt, sondern soll nun reichlich abgekoppelt und allein 2009 stattfinden dürfen. Bis dahin dürfte über das seltsame Verbot genug Gras gewachsen sein. daer

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