Nach Brenner-Sperre weiter freie Fahrt auf Bayerns Straßen
Auch einen Tag nach der Komplettsperre des Brennerpasses ist es auf Bayerns Straßen Richtung Süden ungewöhnlich entspannt geblieben. Obwohl im Süden des Freistaats noch sonniges Wetter herrschte, gab es am Morgen keine größeren Verkehrsbehinderungen. "Es ist ruhig, es gibt keinen Stau", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Verkehrsexperten waren davon ausgegangen, dass viele Urlauber, die ihre Fahrt wegen der Sperre verschoben hatten, sich am Sonntag ins Auto setzen würden – mit entsprechenden Staus Richtung Süden und auf die Brenner-Route als der meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindung der Alpen.
Die achtstündige Sperre des gesamten Brennerkorridors war am Samstag ohne das befürchtete Verkehrs-Chaos verlaufen. Auf Bayerns Straßen Richtung Süden war so wenig Verkehr wie selten. Ein Polizeisprecher sagte, zuletzt sei es in der Corona-Zeit so ruhig gewesen.
Viele Autofahrer hätten sich offenkundig an den dringenden Rat gehalten, an diesem Tag nicht nach Tirol und weiter nach Italien zu fahren, stellte auch die österreichische Polizei fest. An der gesperrten Transitstrecke seien nur 219 Lastwagen zurückgewiesen worden.
Protest gegen Lärm und Feinstaub
Anlass der Sperre war eine Demonstration gegen Umweltschäden und andere Zumutungen durch den Transitverkehr. Rund 5.000 Menschen protestierten direkt auf der Autobahn gegen Lärm, Feinstaub und tägliche Belastungen durch die vielen Staus.
Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen benutzten 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren vergangenes Jahr fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz.
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