Nach Brandanschlägen: Stromversorgung in Garching gesichert

In Garching haben Unbekannte zwei Hochspannungsmasten in Brand gesteckt. Die Betreiber setzen Maßnahmen um und äußern Sorge: Wird kritische Infrastruktur mehr denn je Ziel von Attacken?
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In und um München gab es schon häufiger Anschläge auf Energieanlagen. (Symbolbild)
In und um München gab es schon häufiger Anschläge auf Energieanlagen. (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa
Garching/München

Nach den mutmaßlichen Brandanschlägen auf zwei Hochspannungsmasten bei Garching hat das Bayernwerk diverse Maßnahmen umgesetzt. Die beschädigten Bereiche der Hochspannungsmasten seien durch stabile und sichere bauliche Lösungen überbrückt worden, teilte das Unternehmen mit. Damit sei die volle Stromversorgung im Normalbetrieb sichergestellt; die beschädigten Verbindungen könnten ohne Unterbrechung des Netzbetriebs erneuert werden. 

Beide Mastbereiche werden umzäunt und unter anderem durch Kamerasysteme überwacht. "Die letzten Tage waren ein offensichtlicher Beleg, dass kritische Infrastruktur mehr denn je zum Ziel gewalttätiger Attacken wird", sagte Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG.

Zentralstelle zur Bekämpfung von Terrorismus ermittelt 

Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus übernahm vor wenigen Tagen die Ermittlungen. Aufgrund von Tatobjekt und Vorgehensweise sei von einer politischen Motivation auszugehen, teilte auf dpa-Anfrage ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München mit, der die Zentralstelle angegliedert ist. Zugleich werde in alle Richtungen ermittelt und nach möglichen Zusammenhängen mit früheren Vorfällen gesucht.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag zwei Strommasten bei Garching nahe München in Brand gesetzt. "Die bisherigen Erkenntnisse deuten klar auf Sabotage hin", schilderte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kurz darauf. Die Feuer wurden rasch gelöscht. In den Gemeinden Ismaning, Aschheim, Finsing, Neuching und Moosinning waren nach Angaben des Netzbetreibers Bayernwerk rund 15.000 Haushalte für etwa 45 Minuten ohne Strom

Immer wieder Anschläge auf Infrastruktur

In München waren in den vergangenen Jahren mehrfach wichtige Infrastruktureinrichtungen Ziel von Brandanschlägen. So fiel im Mai 2021 großflächig der Strom in der Landeshauptstadt aus, weil nach einem offenbar absichtlich gelegten Feuer in einer Baugrube rund 50 Stromkabel der Mittelspannung zerstört worden waren. Viele dieser Fälle ordnen Ermittler dem linksextremen Spektrum zu, ohne konkrete Täter benennen zu können.

"Als Bayernwerk arbeiten wir aktuell daran, den Schutz und die Resilienz der Netze wo möglich zu erhöhen. Einen vollumfänglichen Schutz gegen extreme Gewalt wird es am Ende nicht geben können", sagte Westphal.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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