Mysteriöses Verschwinden beim Jochberg: Lena Lorenz sucht verzweifelt Hund Berti
Es ist ein grauer Sonntag vor gut zwei Wochen, als Lena Lorenz mit ihrem Deutsch-Drahthaar-Rüden Berti zu einer Bergtour aufbricht. Ihr Ziel: eine Wanderung im Gebiet rund um den Jochberg. Nebel und feiner Nieselregen hängen in der kühlen Bergluft. Die Pfade sind unwegsam und die Hänge fallen seitlich steil ab.
Inmitten dieser Szenerie ist Berti plötzlich verschwunden.
5000 Euro Belohnung: Hund Berti verschwindet bei Wanderung am Kochel spurlos
Sofort habe die Hundetrainerin, die im Landkreis Starnberg eine Hundeschule betreibt, befürchtet, dass ihr Rüde abgestürzt sein könnte. Auch der GPS-Tracker an Bertis Halsband deutet darauf hin, doch die Technik ist an diesem Tag, am 1. März, unzuverlässig: "Das GPS hat komischerweise von Anfang an gesponnen", erinnert sich Lena Lorenz. "Das war ganz eigenartig. Ich hatte immer nur ein gebrochenes Signal und empfing nur punktuell Daten." Genau an der vermuteten Stelle, wo Berti aufgekommen sein müsste, verliert sich die Spur.
Noch am Berg alarmiert Lena Lorenz die Polizei, woraufhin die Bergwacht ausrückt: "Die waren echt schnell da", erzählt sie. Rund zehn Retter teilen sich auf, suchen oben an der vermuteten Absturzstelle und unten im Bereich des letzten GPS-Signals. Die Einsatzkräfte seilen sich sogar in das steile, unwegsame Areal ab, doch die Suche nach Berti bleibt ohne Erfolg.

"Am Montag sind dann recht früh die Bergwacht und Alpinpolizei mit Drohnen gekommen und haben zwei, drei Stunden alles abgeflogen. Auch mit Wärmebild, aber sie haben nichts gefunden." Nach dem erfolglosen Drohneneinsatz stellt die Polizei die Suche ein. Für Bertis Frauchen ist das keine Option: "Für mich ist das nicht abgeschlossen. Ich will den Körper finden, im besten Fall lebend."
Ein Hoffnungsschimmer mit Kehrseite
Lena Lorenz schildert, wie sich innerhalb kürzester Zeit eine private Suche organisiert. Ein Team aus über 30 Leuten entsteht und vernetzt sich – Familie, Freunde und Freiwillige aus ihrer Hundeschule. Während die einen im Hintergrund die Fäden ziehen, kämpfen sich andere direkt ins Gelände und suchen tagelang den Bereich um die Absturzstelle ab. Irgendwann ist sich die Hundetrainerin sicher: "Das gibt es nicht, der muss sich wegbewegt haben."
Es ist ein Hoffnungsschimmer mit Kehrseite: Wenn Berti noch lebt, kann er mittlerweile überall sein. "Das ist ein unglaublich riesiges Gebiet. Das ist wie die Nadel im Heuhaufen", so die 36-Jährige.
Die Hundetrainerin kämpft mit der Ungewissheit: "Die zermürbt einen"
Man hört Lena Lorenz die Strapazen der vergangenen zwei Wochen an. Als sie der AZ von der Suche erzählt, atmet sie tief ein: "Ich bin richtig fertig. Diese Ungewissheit zermürbt einen." Um, endlich Antworten zu bekommen, hat sie eine Belohnung ausgeschrieben: 5000 Euro für denjenigen, der einen entscheidenden Hinweis liefert.
Die Summe sei auch deshalb so hoch, weil Lena Lorenz einen Anreiz schaffen möchte – für den Fall, dass doch jemand Berti gefunden und mitgenommen hat.

Sie weiß, dass die Chancen, Berti lebend zu finden, mit jedem Tag schwinden –, auch wegen der Wetterverhältnisse: "Es war jetzt immer wieder richtig kalt nachts, auch mit Schneefall."
Zwar traut sie ihrem siebenjährigen Deutsch-Drahthaar einiges zu, doch die Sorge bleibt: "Ich denke schon, dass er das irgendwie packen könnte. Aber wenn er sich verstiegen hat – also auf einem Plateau gelandet ist, von dem er nicht mehr herunterkommt –, ist es einfach völlig unrealistisch, dort einen Hund zu finden."
Es ist ein Szenario, das Lena Lorenz seit 17 Tagen nicht loslässt: "Dass er dort elendig verhungert oder erfriert – das ist meine schlimmste Befürchtung."
Lena Lorenz bitte um die Mithilfe der Bevölkerung
Trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf und setzt auf die Mithilfe der Bevölkerung. Auffällig ist das Kerlchen allemal: Stolze 40 Kilogramm wiegt er, ist pechschwarz bis auf ein paar weiße Flecken an Brust und Beinen. Ein besonderes Merkmal ist seine nicht-kupierte Rute – ihm wurde der Schwanz also nicht gekürzt, was bei dieser Rasse eine zwar gängige, aber zugleich fragwürdige Praxis ist.
Wer den Rüden Berti sieht, wird gebeten, sich bei der Polizeistation Kochel am See oder in der Notrufzentrale der Tierschutzorganisation Tasso unter 06190 93 73 00 zu melden. Dabei sollte Bertis Suchdienstnummer S3 04 68 73 angegeben werden.

