Die Polizei ist ratlos: Wo ist Anke (57) aus Starnberg?
Kann ein Mensch einfach von heute auf morgen verschwinden? Ohne eine einzige Spur zu hinterlassen? Und das ohne Handy und Auto? In Starnberg ist genau das passiert. Von Anke Müller-Schmidt (57) fehlt jedes Lebenszeichen. Schon seit dem 19. Dezember, einem Freitag. Sie ist nicht zu Weihnachten heimgekehrt. Und auch nicht zu Neujahr.
Die Lücke in ihrer Familie, kaum vorstellbar. Als Letzter gesehen hat sie an besagtem Morgen einer ihrer beiden Söhne in ihrer Wohnung, so steht es in der Vermisstenmeldung der Polizei. Doch am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. Ohne sich abzumelden. Oder anzurufen.
Was ist passiert? Ist ihr etwas zugestoßen? Warum hat sie ihr Handy nicht mitgenommen? Fragen über Fragen. Und noch keine Antworten. Nach fast drei Wochen.
Die Tage zuvor ist sie krank gewesen
Auch ihr Arbeitgeber ist sehr besorgt. Ihr Chef Christoph Büchele vom BRK-Mehrgenerationen-Campus Gauting schildert den Tag, als die 57-Jährige völlig überraschend nicht zu ihrer Schicht kam: "Sie hätte am Samstag Spätdienst gehabt und ist nicht erschienen", sagt er der AZ. Die Tage zuvor sei sie krank gemeldet gewesen, habe sich aber am Freitag gesund gemeldet und wollte am Samstag wieder arbeiten.

Als die Altenpflegerin jedoch nicht kommt, wird noch am Samstagnachmittag ihr Vorgesetzter Büchele darüber informiert. In einem Telefonat mit dem Sohn stellt sich heraus, dass dieser davon ausgeht, die Mutter sei in der Arbeit. Der Sohn schaltet daraufhin die Polizei ein.
"Eine zuverlässige, bodenständige und solide Mitarbeiterin"
All das passe überhaupt nicht zu ihr, sagt Büchele. Er beschreibt die Vermisste so: "Sie ist eine bodenständige und solide Mitarbeiterin." Und: "Sie war in der Vergangenheit sehr zuverlässig und erschien immer pünktlich."
Ihr plötzliches Verschwinden hinterlässt ein Rätsel: "Sie hat ihre wichtigsten Wertgegenstände wie zum Beispiel das Handy daheim gelassen und erschien zugleich nicht in der Arbeit – das ist natürlich sehr komisch und auffallend. Das ist nicht ihre Art", sagt Büchele.
Am schlimmsten: "Die Ungewissheit, Tag für Tag"
Die Stimmung an ihrem Arbeitsplatz sei "dezenter als sonst". Alle dächten an sie, hielten die Augen offen, erhofften sich gute Neuigkeiten. Mit am schlimmsten sei die "Ungewissheit, Tag für Tag". "Bewohner, die sie kennen, fragen täglich nach, ob es etwas Neues gibt."
Sie hätten auch das Vermissten-Plakat im Mehrgenerationen-Campus aufgehängt, sprächen aktiv mit den Mitarbeitern, wie es ihnen mit der ungewissen Situation ergeht. Das Fehlen der Kollegin, es sei allgegenwärtig: "Sie ist auf dem Dienstplan sichtbar, ihr Name steht da. Menschlich natürlich sowieso."
"Man kann fast nichts tun" - außer aufmerksam sein
Büchele sagt: "Wir sind ratlos. Man würde gern etwas tun, aber man kann fast nichts tun." Außer immer wieder an den Fall Anke Müller-Schmidt zu erinnern und zu appellieren, aufmerksam zu sein. Sei es in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Autofahren oder beim Spaziergehen.
Wir haben keinerlei Hinweise, wo sie sich aufhalten könnte und was passiert ist
Wie ein Sprecher der Polizei Starnberg der AZ am Mittwoch sagt, seien immer mal wieder Hinweise eingegangen, „aber nichts Konkretes“. Die bisherigen Suchmaßnahmen – ohne Erfolg. Die Polizei hat auch das zurückgelassene Handy der Vermissten ausgewertet. Keine heiße Spur.
Die Polizei bittet um Hinweise
Bisher gebe es keinen Hinweis auf ein Verbrechen, so die Polizei. Hatte sie einen Unfall? Liegt sie noch irgendwo verletzt in der Kälte? Der Polizeisprecher sagt: „Wir können nichts ausschließen. Wir haben keinerlei Hinweise, wo sie sich aufhalten könnte und was passiert ist.“ Die öffentliche Suche mit Bild wurde in Abstimmung mit der Familie auch deswegen so schnell eingeleitet, weil ein Unglücksfall nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer hat die Vermisste seit dem 19. Dezember 2025 gesehen? Wer kann Hinweise zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort geben? Wer kann sonst sachdienliche Hinweise machen? Auskünfte an 08151/3640 oder an jede andere Dienststelle.
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