Mutter im Beisein ihrer Kinder ermordet - Prozessbeginn in Traunstein

Der Mann, welcher im April letzten Jahres vor den Augen ihrer Kinder eine Frau erstochen hatte, muss sich nun vor Gericht verantworten. Er hat die Tat bereits gestanden.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Ein Mord an einer Mutter im Beisein ihrer Kinder sorgte in Prien am Chiemsee für große Betroffenheit.
dpa/Florian Eckl Ein Mord an einer Mutter im Beisein ihrer Kinder sorgte in Prien am Chiemsee für große Betroffenheit.

Traunstein - Er muslimischen Glaubens, sein Opfer zum Christentum konvertiert: Ob der Mann wirklich deshalb zum Messer griff, muss nun das Landgericht Traunstein klären. Dort beginnt am Dienstag (9.00 Uhr) der Prozess gegen einen 30 Jahre alten afghanischen Flüchtling wegen Mordes an einer Frau, ebenfalls aus Afghanistan.

Der Mann hatte die 38-Jährige Ende April 2017 vor den Augen zweier ihrer Kinder an einem Supermarkt in der oberbayerischen Gemeinde Prien am Chiemsee (Landkreis Rosenheim) erstochen. Die Mutter von zwei erwachsenen und zwei minderjährigen Söhnen war zum Christentum konvertiert, der Täter war Muslim.

Die beiden kannten sich vom Sehen aus Flüchtlingsunterkünften. Die Frau soll ihn gefragt haben, ob auch er den Glauben wechseln wolle - das soll ihn zu der Tat motiviert haben, da es mit seinem muslimischen Glauben unvereinbar sei.

Opfer erlitt 16 Stichwunden

Die 38-Jährige war am Ende April 2017 mit ihren beiden Söhnen, damals fünf und elf Jahre alt, aus dem Supermarkt gekommen, als der Mann mit einem Messer auf sie losging. Der Angreifer konnte von einem zufällig anwesenden Polizisten und mehreren Passanten überwältigt werden. Für die Frau kam die Hilfe zu spät. Sie hatte 16 Stiche und Schnittverletzungen erlitten und starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der seit 2013 in Deutschland lebende Afghane war als Asylbewerber abgelehnt worden. Die Frau war in einer evangelischen Kirchengemeinde engagiert und galt als mustergültig integriert.

Der Mann gestand später die Tat und gab zunächst an, er sei aus Frust über eine bevorstehende Ausweisung auf die Frau losgegangen. Die Staatsanwaltschaft sieht hingegen religiöse Motive. Der Pflichtverteidiger des Mannes, Harald Baumgärtl, sagte, er schließe ein religiöses Motiv nicht aus. Sein Mandat werde sich voraussichtlich weder zur Sache noch zur Person äußern.

An dem Prozess nehmen vier Nebenkläger teil, darunter die beiden minderjährigen Söhne. Vier Verhandlungstage sind bis zum 9. Februar angesetzt.

Alle Nachrichten aus Bayern finden Sie hier

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren