Muslimbrüder könnten Friedensprozess gefährden

Die islamistischen Muslimbrüder in Ägypten könnten nach Ansicht des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland die Nahost-Friedensgespräche gefährden.
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Josef Schuster der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Archivbild)
dpa Josef Schuster der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Archivbild)

WÜRZBURG - Die islamistischen Muslimbrüder in Ägypten könnten nach Ansicht des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland die Nahost-Friedensgespräche gefährden.

„Wenn ich Stimmen der Muslimbruderschaft höre, dann habe ich die Sorge, dass das passiert, was im Iran passiert ist, dass ein Diktator gewichen und eine erheblich problematischere Diktatur gefolgt ist“, sagte Josef Schuster in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Würzburg mit Blick auf die Unruhen in Ägypten. Die Muslimbrüder sind die größte organisierte Oppositionsgruppe im Land.

Ägypten war das erste arabische Land, das 1979 einen Friedensvertrag mit Israel unterschrieb. In Israel geht die Furcht um, dass eine islamistische Partei im Nachbarland die Macht erringen und den Friedensvertrag infrage stellen könnte.

 Für Schuster ist Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei der geeignete Mann, um Ägypten in die richtigen Bahnen zu lenken. „Ich glaube, er wäre sicherlich ein Garant für eine stabile Demokratie, wenn es ihm gelingt, diese auch aufzubauen. Ein echt demokratisches Staatsgefüge wäre sicherlich für Israel positiv“, sagte Schuster.

Zur Zukunft des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sagte Schuster, Mubarak habe am Frieden mit Israel festgehalten und versucht, stabilisierend zu wirken, „auch mit einer Einflussnahme auf die Palästinenser“. Die Frage sei: „Was kommt jetzt nach? Das kann im Moment keiner beantworten, und das ist die große Unsicherheit.“

Israel könnte womöglich in der Region isoliert werden. „Das Risiko besteht“, gerade wenn in Ägypten Gruppierungen an die Macht kämen, die einen Gottesstaat aufbauen wollten. „Die nächsten Wochen werden unter diesem Aspekt spannend werden und sicherlich auch richtungsweisend für die gesamte Entwicklung des Nahen Ostens sein“, sagte Schuster.

Seiner Ansicht nach profitiert von den Unruhen in den arabischen Ländern vor allem der israelfeindliche Iran. Schuster schließt nicht aus, dass das Regime in Teheran bei den Protesten seine Finger im Spiel hat, „um auch seine machtpolitischen Ziele durch eine entsprechende Staatsstrukturierung zu verfestigen“. „Dem Iran kann es nur recht sein, wenn es hier brodelt.“

dpa

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