Munich-Re-Umfrage: Online-Liebe macht besonders blind

Liebe auf Dating-Webseiten macht nach einer Umfrage besonders blind. Denn obwohl viele Menschen grundsätzlich Angst vor Online-Kriminalität haben, lassen sie auf Dating-Webseiten Vorsicht vermissen, haben Cyber-Fachleute des weltgrößten Rückversicherers Munich Re ermitteln lassen.
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Eine Frau tippt auf einem Smartphone. Foto: Sebastian Gollnow/Archivbild
dpa Eine Frau tippt auf einem Smartphone. Foto: Sebastian Gollnow/Archivbild

München - Liebe auf Dating-Webseiten macht nach einer Umfrage besonders blind. Denn obwohl viele Menschen grundsätzlich Angst vor Online-Kriminalität haben, lassen sie auf Dating-Webseiten Vorsicht vermissen, haben Cyber-Fachleute des weltgrößten Rückversicherers Munich Re ermitteln lassen. In den USA wurden im Auftrag des Unternehmens 1510 Singles befragt: Demnach waren über zwei Drittel (68 Prozent) besorgt wegen einer möglichen Hackerattacke auf ihre persönlichen Daten beziehungsweise Laptop oder Handy. Aber nur 37 Prozent fürchteten Datenmissbrauch auf Dating-Webseiten.

Damit rangierte der Liebesbetrug im Bewusstsein der Umfrageteilnehmer am hinteren Ende der 24 Cybergefahren, die in der Umfrage benannt wurden. Nur das Risiko übler Nachrede und Rechtsstreitigkeiten nach Online-Bullying wurde als noch geringer eingeschätzt. "Online-Frühlingsgefühle bringen häufig Frust statt Lust", sagte Martin Kreuzer, Cyber-Experte des Unternehmens.

Dabei sind Datendiebstahl und Betrugsmaschen auf Datingportalen mutmaßlich keine Seltenheit. "Es gibt ganz klare Analogien zu dem, was wir in Deutschland und Europa sehen", sagte Kreuzer. Nach Daten der Bundesbehörden in Washington haben US-Bürger im vergangenen Jahr gemeldet, von Liebesbetrügern im Internet um 143 Millionen Dollar geprellt worden zu sein. Für Deutschland gibt es keine vergleichbare Statistik, nur in einzelnen Bundesländern. In Sachsen etwa meldete das LKA für das Jahr 2017 213 Fälle, der Schaden belief sich auf 1,6 Millionen Euro.

In vielen Fällen bauen die Täter eine Vertrauensbeziehung auf, bevor sie Geld fordern. "Die meisten Opfer sind Frauen über 50", sagte Kreuzer. "Das sind professionelle Täter, die sich Zeit lassen und ihre Opfer ausforschen, mit Hilfe gestohlener oder erfundener Identitäten. Zum Teil forschen sie persönliche Daten aus, ohne dass das Opfer das bemerkt." Die Dunkelziffer sei sehr hoch.

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