Munich Re: Tiefzinsen treiben Versicherer in höhere Risiken

Die anhaltenden Tiefstzinsen treiben die Versicherungsbranche nach Einschätzung der Munich Re in höhere Risiken. "Letztlich geht so ein bisschen industrieweit die Jagd von einer zur nächsten Kapitalanlage, bis auch das ein bisschen ausgelutscht ist", sagte Vorstandschef Joachim Wenning am Montagabend in München.
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Das Logo der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re). Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild
dpa Das Logo der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re). Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

München - Die anhaltenden Tiefstzinsen treiben die Versicherungsbranche nach Einschätzung der Munich Re in höhere Risiken. "Letztlich geht so ein bisschen industrieweit die Jagd von einer zur nächsten Kapitalanlage, bis auch das ein bisschen ausgelutscht ist", sagte Vorstandschef Joachim Wenning am Montagabend in München. Nach der Finanzkrise habe die Branche zunächst mehr Geld in Unternehmensanleihen und Infrastrukturinvestitionen angelegt, inzwischen sei aber auch das Investment weniger rentierlich. Am Ende sei nur noch das Eingeständnis möglich: Entweder niedrigere Rendite oder höheres Kapitalanlagerisiko. "Diesen Trend haben wir industrieweit gesehen", sagte Wenning.

Die Munich Re ist der weltgrößte Rückversicherer und hat nach Wennings Worten ebenfalls in besser verzinste und etwas niedriger bewertete Anlagen investiert - aber nur in geringem Umfang. "Wir wollen das Risiko nicht grundsätzlich erhöhen", betonte Wenning. Der Manager glaubt auch nicht, dass die von vielen in der Finanzbranche ersehnte Zinswende kurzfristig eintritt, wie er deutlich machte. Die Verzinsung ihrer Kapitalanlagen ist für Versicherungen von großer Bedeutung, da damit unter anderem die den Kunden versprochenen Renditen der Lebensversicherung bezahlt werden.

Die Munich Re ist nach Wennings Worten gut auf Kurs zu den angepeilten höheren Gewinnen. 2018 waren es 2,3 Milliarden Euro, in diesem Jahr sind 2,5 Milliarden das Ziel, 2020 sollen es 2,8 Milliarden Euro sein. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das erreichen können", sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka.

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