Münchner NS-Denkmal soll im Takt des Herzschlags leuchten

Mehr als 10.000 Menschen wurden in München Opfer des NS-Regimes. Am neuen Denkmal können Besucher ihre Namen suchen – und Lichtsignale auslösen. Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Leuchten?
dpa |
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Am Platz der Opfer des Nationalsozialismus soll ein interaktives Denkmal errichtet werden. (Archivbild)
Am Platz der Opfer des Nationalsozialismus soll ein interaktives Denkmal errichtet werden. (Archivbild) © Stefan Puchner/dpa
München

Für die Opfer des NS-Regimes in München gibt es ein neues interaktives Denkmal. "Das Feld" soll aus Lärchenholzbrettern bestehen, auf denen Halme aus Glasfaser angebracht sind. Diese können zum Leuchten gebracht werden - von Besuchern vor Ort ebenso wie von Menschen in aller Welt, wie aus dem Beschluss des städtischen Kulturausschusses hervorgeht.

In München fielen mehr als 10.000 Männer, Frauen und Kinder der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten zum Opfer. Rund 5.000 Menschen waren jüdisch, andere wurden etwa wegen Krankheiten, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung ermordet oder in den Tod getrieben.

Leuchten im Herzschlag-Takt

Wer den Gedenkort am Platz der Opfer des Nationalsozialismus besucht, kann künftig die Namen und die Schicksale der Opfer an Bildschirmen abrufen. Zudem werde der Pulsschlag der Menschen erfasst und in Lichtimpulse umgewandelt, hieß es. Auch übers Internet sollen die Informationen verfügbar sein. Wenn eine Person in der Datenbank recherchiere, würden die Halme dadurch ebenfalls zum Leuchten gebracht.

Denkmal für Teilhabe 

"Das Pulsieren der Lichter steht für die Teilhabe von Menschen auf verschiedene Arten und Weisen, und macht somit deutlich, dass Erinnerung nur durch das Engagement von uns allen wirksam und sichtbar ist", begründete die Jury, die sich für "Das Feld" der Firma Ars Electronica Futurelab ausgesprochen hatte.

Das Denkmal überwinde physische Grenzen, da Menschen aus aller Welt an dem Kunstwerk teilhaben könnten, kommentierte der kulturpolitische Sprecher der Fraktion Die Grünen - Rosa Liste, David Süß, die Entscheidung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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