Mithäftling vergewaltigt: Drei Jahre und neun Monate Haft

Es müssen unvorstellbare Qualen gewesen sein, die ein Mann während seiner Haft ertragen musste. Ein Mithäftling vergewaltigte und misshandelte ihn mit Gegenständen. Jetzt musste sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten.
| dpa
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Urteil wegen Misshandlung eines Mithäftlings im Landgericht Kempten erwartet.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa Urteil wegen Misshandlung eines Mithäftlings im Landgericht Kempten erwartet.

Kempten (dpa/lby) - Wegen der Vergewaltigung und Misshandlung eines Mithäftlings hat das Landgericht Kempten einen ehemaligen Gefangenen zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. In seiner Urteilsbegründung sprach der Richter am Mittwoch von "üblen, miesen und sadistischen" Handlungen des Angeklagten. Zwischen August 2016 und August 2017 soll der 38-Jährige sein Opfer in der Kemptener Justizvollzugsanstalt (JVA) unter anderem gezwungen haben, sich unter der Dusche mit Exkrementen einzuschmieren. Außerdem habe er auf ihn uriniert und ihm Tischtennisbälle in den Analbereich eingeführt.

Ein 25-jähriger Mittäter wurde am vergangenen Donnerstag bereits zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren verurteilt. Der Haupttäter hingegen, wollte das ihm angebotene Strafmaß nicht akzeptieren. Er reichte am Dienstag dem Gericht eine Liste mit Zeugen ein, die er zur Anhörung bat. Wegen der Kurzfristigkeit wurden einige der Zeugen am Prozesstag von der Polizei abgeholt und dem Richter, teilweise in Handschellen, vorgeführt. Drei der vier Geladenen gaben an, von den Misshandlungen nichts mitbekommen zu haben.

Als "drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen" bezeichnete die Staatsanwaltschaft diese im Plädoyer und forderte vier Jahre und sechs Monate Haft. Der Verteidiger verlangte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten, da der Beschuldigte einräumte, sich ändern zu wollen, weil er nun verlobt sei und bald Vater werde. Zudem hätte der Angeklagte ausreisen können, er habe sich stattdessen aber freiwillig gestellt.

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