Mit erst 29 Jahren: Café-Max-Chefin eröffnet zweiten Standort an beliebtem Ausflugsziel in Bayern
Annika Förster freut sich mit, wenn sie zum Beispiel ein Stück Kuchen oder eine Bowl zu ihren Gästen an den Tisch bringt und die schon beim ersten Blick von den Speisen begeistert sind. Das erfüllt ihr Gastgeber-Herz.
Dieses Glück kann sie jetzt sogar an zwei Standorten in Oberbayern erleben. Denn mit nur 29 Jahren hat Förster ihr zweites Café eröffnet: das Florentina in ihrer Heimat Murnau am Staffelsee. Zusätzlich betreibt sie bereits das Café Max in Garmisch, zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Esra Yilmaz. Max und Florentina, die Namen klingen wie zwei Café-Geschwister. Trifft das zu?
Förster würde es so beschreiben: "Das Café Max in Garmisch bekommt eine beste Freundin in Murnau." Ihr erstes Café sei kleiner (sieben Tische im Innenbereich), das Florentina hat zwölf Tische.
Zweiter Standort: "Entweder das oder gar keins"
Tatsächlich hat sie bereits früher im Florentina gearbeitet. Als die Lokalität frei geworden ist, hat die Gastronomin zugeschlagen: "Ich habe immer gesagt: entweder das oder gar keins." Für sie hat das Lokal am Untermarkt einen besonderen Charme, etwa wegen der runden Gemäuer. "Ich finde die Räumlichkeiten megaschön."

Die 29-Jährige hat innerhalb von nur drei Wochen umgebaut und dann schon wieder für die ersten Gäste in Form eines Soft Openings aufgesperrt. Offiziell ging es am 21. März 2026 los.
Welche Veränderungen auf die Gäste warten
Was hat sich verändert? Was erwartet Gäste? "Ich liebe die Details in Cafés und möchte damit Persönlichkeit hineinbringen." Wichtig war ihr dabei: "Ich wollte die Gemeinsamkeit mit Garmisch deutlich machen: ein bisschen Boho-Stil, viele Pflanzen, eine gemütliche Atmosphäre."
Neu im Florentina sind Eckbänke, "zudem hat vorher ein Empfangsbereich gefehlt, wir haben dafür eine Bar eingebaut". Die ersten Rückmeldungen: "Viele sagen, es sieht jetzt strukturierter aus."

Sie mag beide Lokale gern, einen Favoriten hat sie nicht. "Ich bin sehr perfektionistisch und möchte, dass es gleich aussieht und die Qualität gleich hoch ist." Das gilt für die Speisen an sich, aber auch für ihre beiden Standorte.
Annika Förster reist gern und bringt Inspirationen mit
Wie kommt man mit 29 überhaupt schon zu zwei Cafés? Nach dem Abitur hat sich Förster erst einmal Neuseeland angeschaut und dort gelebt, ein Jahr "Work and Travel" steht in ihrem Lebenslauf. Danach hat sie Tourismus- und Hotelmanagement studiert und nebenher in der Gastro gearbeitet.

Sie hat sich auf Reisen auch immer andere Cafés angeschaut, zum Beispiel auf Bali. "Ich lasse mich viel von Cafés in aller Welt inspirieren." Im Hinterkopf war da nämlich schon der eigene Gastro-Traum: "Ich hatte schon immer den Traum vom eigenen Café." Dieser hat sich nun doppelt erfüllt.
Ihr Papa ist für die selbstgemachten Kuchen zuständig
Mit dem Max begannen sie bereits während der Pandemie. Dort gibt es den ganzen Tag über Frühstücks-Speisen. Genauso wie jetzt im Florentina, 25 Kilometer entfernt. Sie sei schon immer eine Hobby-Köchin gewesen. "Ich habe immer Frühstück für meine Freundinnen gemacht. Das war schon immer meine Leidenschaft."

Unterstützung bekommt sie auch von ihrer Familie: Ihr Papa ist Konditor und backt die Kuchen, ihre Mama hilft bei der Buchhaltung, ihr Freund ist Grafikdesigner und kann sie mit Plakaten unterstützen. Und ihr Bruder hatte die Idee für eine Eigenkreation für Murnau: den Frühstückswrap mit Spiegelei und wahlweise Bacon. Ein Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes.
"Ich habe die Karte gemacht, ich mag alles"
Was empfiehlt sie sonst von der Speisekarte? "Ich habe die Karte gemacht, ich mag alles", sie lacht. Es gebe vor allem belegte Brote (von einer regionalen Bäckerei), zum Beispiel steht "Avocado Dream" auf der Karte (zwei Scheiben Bauernbrot mit Guacamole, Weißkäse, Basilikumpesto, Körnermix, Rucola, Chilifäden für 10,90 Euro).

Aber auch etwa Bowls, Chia-Pudding, Bircher Müsli. Grundsätzlich sagt sie: "In Murnau haben wir mehr vegane Optionen."
Die meisten Mitarbeiter kommen auch gern als Gast und ich finde, das ist das größte Kompliment
Aber auch ein Verkaufsschlager aus Garmisch wird in Murnau serviert: "Nach Garmisch sind Gäste extra wegen des Pancake-Burgers gekommen." Dieser sei süß und herzhaft zugleich, mit Spiegelei und Ahornsirup. "Den haben wir auch in Murnau auf der Karte." Zudem könne sie im Florentina etwa auch French Toast anbieten, dort sei die Küche größer als in Garmisch.
Dieser vegane Kuchen ist besonders beliebt
Ihr Vater wird jetzt für zwei Standorte backen, etwa gedeckten Apfelkuchen, Apfel-Walnuss-Kuchen oder Zitronen-Tarte. "Unser beliebtester veganer Kuchen ist der Schoko-Banane-Kokos. Man merkt gar nicht, dass er vegan ist." Dazu gibt es den regionalen Murnauer Kaffee. "Das ist auch mein Lieblingskaffee."

Als Gastgeberin legt sie wert auf eine gute Atmosphäre: "Mir ist die Wertschätzung der Gäste wichtig." Sie wolle allen Aufmerksamkeit schenken und alle gleich behandeln. "Alle sind willkommen". Genauso soll sich ihr Team wohlfühlen. "Die meisten Mitarbeiter kommen auch gern als Gast und ich finde, das ist das größte Kompliment."
Auch wenn ihre Arbeitstage aktuell lang sind, wirkt sie im Gespräch entspannt. Folgt etwa bald Café Nummer 3? Sie lacht. "Erstmal ist das noch nicht in Planung."
Die Öffnungszeiten: Café Max in Garmisch: 8.30 bis 17 Uhr (Ruhetag Mittwoch), das Café Florentina in Murnau ist ebenfalls zu diesen Zeiten geöffnet (Ruhetag Donnerstag).
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