Mit dem Hund in die Berge: Diese Hütten bei München erlauben das Zamperl auch über Nacht
Immer mehr Wanderer wollen ihre Vierbeiner mit in die Berge nehmen. Was gibt es schließlich Schöneres als eine Tour mit dem besten Freund auf vier Pfoten?
Doch die Realität ist komplizierter: Wer mit Hund unterwegs ist, kann nicht einfach spontan auf einer Hütte übernachten. Der Deutsche Alpenverein (DAV) bewirtschaftet in der Region München und Oberland 15 Hütten in Bayern und Österreich. Die Herausforderung: Nur ein Bruchteil davon erlaubt Hunde und das auch nur unter strengen Regeln. Die AZ erklärt, auf welchen Hütten Sie Ihren Hund auch über Nacht mitnehmen können und worauf man dabei achten sollte.

Schon auf dem Weg zur Hütte gilt: Die Berge sind kein Hundepark, teilt der DAV auf seiner Webseite mit. Freilauf kann schnell zum Problem werden, etwa wenn Wildtiere aufgeschreckt werden oder Weidevieh in Panik gerät. Besonders Kühe können gefährlich werden, wenn sie den Hund als Bedrohung wahrnehmen. In solchen Situationen ist Kontrolle entscheidend. Im Zweifel gehört der Hund an die Leine.
Auch andere Wanderer spielen eine Rolle. Nicht jeder fühlt sich wohl in der Nähe von Hunden. Rücksicht ist deshalb Voraussetzung.
Hinzukommt: Die Anforderungen im Gebirge werden oft unterschätzt. Lange Strecken, steiles Gelände und wechselnde Bedingungen verlangen auch Hunden einiges ab. Ausreichend Wasser, Pausen und die richtige Tourenwahl sind entscheidend.
Auf der Hütte wird es noch strenger
Und was gilt auf der Hütte selbst? Grundsätzlich sind Haustiere in Schlafräumen tabu. Nur wenn es separate Bereiche wie einen ausgewiesenen Hunderaum gibt, dürfen sie überhaupt auf der Hütte bleiben. Entsprechend begrenzt sind die Plätze. Oft ist nur ein Hund pro Nacht erlaubt, und das auch nur nach vorheriger Absprache mit den Wirtsleuten. Hunde dürfen in der Regel weder in Mehrbettzimmer noch ins Matratzenlager.
Sauberkeit ist Pflicht. Zudem wird oft eine kleine Reinigungspauschale fällig. Vor allem aber gilt: Ohne vorherige Anmeldung geht nichts.
Ganz ausgeschlossen sind Vierbeiner in den Alpen aber nicht, denn einige Hütten haben sich auf den Trend eingestellt.

Albert-Link-Hütte
Die Albert-Link-Hütte in der Gemeinde Schliersee (seit 28.04. geöffnet) liegt auf 1053 Metern südlich des Spitzingsees. Mit 65 Schlafplätzen bietet die Hütte genug Platz. Und: Vierbeiner sind hier willkommen. Die Hütte verfügt über ein Hundezimmer – dies muss aber bei der Buchungsanfrage mit angegeben werden. Kontaktdaten: +49 8026 71264

Taubensteinhaus
Hier geht es ab 14. Mai los. Und zwar mit einem Pächterwechsel: Die gebürtige Münchnerin Sophia Mpalampanis ist die neue Wirtin im Taubensteinhaus (1567 Meter) in den Schlierseer Bergen (Landkreis Miesbach).
Und mit den neuen Pächtern dürfen hoffentlich bald auch die Vierbeiner einziehen: Derzeit arbeitet Mpalampanis an einem Hundezimmer. Der DAV bestätigt der AZ auf Anfrage, dass die Vorbereitungen schon laufen und womöglich bereits diese Saison auch Hunde gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen übernachten dürfen. Wichtig zu beachten sei aber, dass Hund und Begleiterin oder Begleiter die Nacht getrennt voneinander verbringen müssen. Kontaktdaten: +49 8026 9269039

Reintalangerhütte
Die im Wettersteingebirge auf 1369 Metern gelegene Hütte öffnet voraussichtlich am 22. Mai. Dem Alpenverein zufolge liegt die Hütte am einfachsten Zustieg auf die Zugspitze. Auch hier dürfen die Vierbeiner nach Absprache nächtigen. Vor der Reservierung bitten die Hüttenwirte ihre Gäste, die Hunde per E‑Mail anzumelden, um die Verfügbarkeit zu klären. Das Zimmer, in dem die Übernachtung mit Hund möglich ist, bietet Platz für maximal einen Hund. Da es sich um ein Zimmer mit 5 Betten handelt, werden auch fremde Personen in dem Zimmer schlafen. Der Hund muss mit diesen Umständen zurechtkommen. Sollte das nicht der Fall sein, muss der Hund angeleint im Freien schlafen. Kontaktdaten: +49 160 97503090

Taschachhaus
Auf 2434 Metern Höhe im hinteren Pitztal liegt das Taschachhaus. Diese DAV-Hütte in den Ötztaler Alpen wird am 4. Juni in die Sommersaison starten. Auch am Taschachhaus sind Hunde willkommen. Eine Übernachtung mit Hund ist nur nach vorheriger Reservierung möglich, da es eine gesonderte Unterkunft braucht. Kontaktdaten: +43 664 2009588

Heinrich-Schwaiger-Haus
Die Hütte in Österreich (2802 Meter) sperrt am 14. Juni auf. Übernachtungsgäste mit Hund können bedingt unterkommen. Eine Anmeldung per E-Mail ist notwendig, da dies nur für einen Hund / eine Hundefamilie möglich ist. Kontaktdaten: +43 664 6565555
Obacht: Frühzeitig buchen!
Was Wanderer mit tierischen Begleitern beachten sollten: Aufgrund des steigenden Wandertrends sind viele Hütten über die Wochenenden in dieser Saison bereits ausgebucht. Der DAV rät, wenn möglich, unter der Woche in die Berge zu fahren und frühzeitig zu buchen.
Auf der Webseite des DAV finden Sie eine Belegungsübersicht der Hütten rund um München. Von dort aus kann man online auch eine Reservierungsanfrage für den gewünschten Zeitraum stellen: https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/huetten/alpenvereinshuetten/freie-uebernachtungsplaetze-auf-huetten
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