Missstände in Klinik? Landkreis leitet Verfahren ein
Nach Medienberichten über Missstände in einer Rehaklinik im oberbayerischen Bruckmühl hat der Landkreis Rosenheim die Klinik unangekündigt überprüft - und ein Verfahren für den Entzug der Konzession eingeleitet. Das teilte das Amt mit.
Es hatte der Geriatrischen Rehaklinik nach eigenen Angaben ein Anhörungsschreiben geschickt und um Stellungnahme gebeten, wie die Missstände zeitnah behoben werden sollen. "Das Ergebnis dieses Verfahrens ist derzeit offen."
Klinik bedauert
Der Klinik wurde bis Ende September Zeit gegeben, die Hinweise und Auflagen für das Dokumentenmanagement zu erfüllen, wie ein von der Klinik beauftragter Kommunikationsberater der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte.
"Wir bedauern, dass die bereits angestoßene Verbesserung unseres Dokumentationssystems noch nicht abgeschlossen war und sind sehr zuversichtlich, die Auflagen in der Frist umzusetzen."
"Mängel im Dokumentationsmanagement"
Am vergangenen Donnerstag hatten das Landratsamt Rosenheim und der Medizinische Dienst Bayern die Klinik unangekündigt einer Überprüfung unterzogen. Dabei wurden "erhebliche Mängel im Dokumentationsmanagement" festgestellt, wie das Landratsamt mitteilte. "Wegen dieser Mängel konnte nicht lückenlos nachgewiesen werden, ob die pflegerische und medizinische Versorgung adäquat erbracht wurde."
"Mängel in der Basishygiene"
Das betrifft den Angaben zufolge medizinische Verordnungen ebenso wie die Gabe und Wirkung von Medikamenten. "Zudem zeigten sich bei der Prüfung im Einzelfall Mängel in der Basishygiene, der Wundversorgung und der Patientenlagerung", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.
Der Bayerische Rundfunk hatte kürzlich über Missstände in der Geriatrischen Rehaklinik berichtet. Die Berichte seien nun Anlass gewesen, "die Situation in der Klinik erneut zu überprüfen", teilte das Amt mit. Bereits in der Vergangenheit hatte es laut Landratsamt wiederholt unangekündigte Überprüfungen des Gesundheitsamtes gegeben - auch aufgrund von Beschwerden.
Keine sofortige Schließung
"Die festgestellten Mängel in der Dokumentation sind erheblich - obwohl die Klinik 2023 ein neues, modernes Dokumentationssystem eingerichtet und die Mitarbeitenden darin geschult hatte", teilte das Landratsamt mit. Es lägen allerdings "gegenwärtig keine Erkenntnisse vor, die eine sofortige Schließung der Klinik rechtfertigen würden".
Das Amt hat "keine den Betrieb einschränkende Sofortmaßnahmen" wie einen Aufnahmestopp oder eine Reduzierung der Betten verhängt, betonte der Kommunikationsberater. "Da die grundsätzliche Versorgungssicherheit der Patienten nicht beanstandet wurde, läuft der Betrieb normal weiter."
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