Missbrauch in der Kirche: Rörig fordert Aufarbeitung

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert die katholischen Bischöfe in Deutschland zu einer entschlossenen und unabhängigen Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in ihren Bistümern auf. "Wollen die Bischöfe Vertrauen und Glaubwürdigkeit für ihre Kirche zurückgewinnen, sollten sie jetzt gemeinsam mit aller Kraft und Ernsthaftigkeit an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen", sagte Johannes-Wilhelm Rörig im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München vor der Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) an diesem Montag.
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Der Missbrauchsbeauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild
dpa Der Missbrauchsbeauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild

Bonn/München - Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert die katholischen Bischöfe in Deutschland zu einer entschlossenen und unabhängigen Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in ihren Bistümern auf. "Wollen die Bischöfe Vertrauen und Glaubwürdigkeit für ihre Kirche zurückgewinnen, sollten sie jetzt gemeinsam mit aller Kraft und Ernsthaftigkeit an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen", sagte Johannes-Wilhelm Rörig im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München vor der Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) an diesem Montag.

Der Rat befasst sich in einer Videokonferenz der Bischöfe mit möglichen einheitlichen Standards, mit denen in allen 27 Bistümern in Deutschland eine unabhängige Aufarbeitung von Missbrauchsfällen möglich ist. Rörig hat dazu mit dem DBK-Missbrauchsbeauftragten, Bischof Stephan Ackermann, eine "Gemeinsame Erklärung" entwickelt, auf deren Verabschiedung Rörig nun hofft. "Ich erwarte eine unumkehrbare Entscheidung der katholischen Bischöfe für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch, begangen durch Kleriker und sonstige Beschäftigte der katholischen Kirche." Wann mögliche Ergebnisse aus der Sitzung des Rates bekannt werden, ist nach DBK-Angaben noch unklar.

Im Jahr 2018 hatte die Kirche die sogenannte MHG-Studie und damit schockierende Zahlen zu sexuellem Missbrauch öffentlich gemacht. Die Studie wurde unter anderem kritisiert, weil die Wissenschaftler keinen direkten Zugang zu den Personalakten hatten. Laut der "Gemeinsamen Erklärung" soll es künftig "diözesane Aufarbeitungskommissionen" geben, die konkrete Fälle herausarbeiten, und auch thematisieren, von wem mutmaßliche Täter möglicherweise gedeckt wurden.

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