Missbrauch auf dem Schulweg - Angeklagter spricht von Hilfe

Mitten am Tag überfällt ein Mann eine Zwölfjährige – doch sie wehrt sich und entreißt ihm das Messer. So sieht es die Staatsanwaltschaft. Vor Gericht erzählt der Angeklagte eine andere Geschichte.
von  dpa
Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München I hat der Angeklagte geschwiegen.
Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München I hat der Angeklagte geschwiegen. © Sven Hoppe/dpa

Im Prozess gegen einen 49-Jährigen um den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölf Jahre alten Mädchens auf dem Schulweg stellt der Angeklagte die Geschehnisse anders dar als die Ermittler. Vor dem Landgericht München I sagte er, er habe auf einer Bank gesessen, als sich ein verletztes Kind neben ihn gesetzt habe. 

Dieses habe geblutet und eine Messerklinge in der Hand gehabt. "Ich wollte ihr helfen", sagte er. Er habe ihr das Messer aus der Hand nehmen wollen - das habe sie aber nicht gewollt. "Ich wollte, dass sie loslässt." Sie habe die Hand weggezogen und sei gegangen. "Ich bin dann auch weggegangen."

Die Ermittler gehen dagegen davon aus, dass der Mann das zwölf Jahre alte Mädchen Mitte Juli 2025 in Ottobrunn (Landkreis München) auf dem Heimweg von einer Schulveranstaltung mit einem Klappmesser bedrohte, um das Kind zu missbrauchen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 49-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und gefährliche Körperverletzung vor. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen zunächst geschwiegen.

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