Mintal: Abschied schon im Winter?

Auch das für die Fans „unantastbare“ Club-Idol leidet an der momentanen Perspektivlosigkeit. Beim 33-Jährigen gab es schon im Mai erste Anzeichen für einen vorzeitigen Wechsel
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Ganz vorne – aber halt nur auf der Bank: Marek Mintal (re.) ist ein potenzieller Winter-Wechselkandidat.
Wolfgang Zink Ganz vorne – aber halt nur auf der Bank: Marek Mintal (re.) ist ein potenzieller Winter-Wechselkandidat.

Auch das für die Fans „unantastbare“ Club-Idol leidet an der momentanen Perspektivlosigkeit. Beim 33-Jährigen gab es schon im Mai erste Anzeichen für einen vorzeitigen Wechsel

NÜRNBERG Winterzeit, Wechselzeit. Europaweit läuft die Schnäppchenjagd wieder auf Hochtouren. Und enttäuschte Spieler suchen mangels Perspektive in ihren Vereinen nach einer neuen Herausforderung. „Natürlich ist er nicht zufrieden“, hatte Trainer Dieter Hecking bereits Ende Oktober über das auf der Ersatzbank schmorende Club-Idol Marek Mintal gesagt. Sechs Kurzeinsätze in der Liga, kümmerliche 78 Minuten in zwei Pokalspielen, null Tore – Frust pur. Marek, der für die Fans „Unantastbare“, könnte schon im Januar den Abflug machen.

"Marek hat Vertrag. Der Rest ergibt sich irgendwie"

Das „Phantom“, der fünfmalige Torschützenkönig (zwei Mal für seinen Heimatverein MSK Zilina, zwei Mal in Liga zwei und Erstliga-Primus 2004/05), versichert zwar tapfer: „Mit Wechselgedanken beschäftige ich mich nicht.“ Aber Mareks Markenzeichen neben seiner vormaligen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, diese unvergleichlich herzliche, immer gut gelaunte Art, ist dem 33-Jährigen längst abhanden gekommen. Da kann Hecking noch so sehr beteuern, wie „wichtig Mintal ist. Selbst, wenn er nur für eine Minute ins Spiel kommt“.

Erste Anzeichen, den Club verlassen zu wollen, hatte es bereits im Mai nach den erfolgreich absolvierten Relegationduellen gegen Augsburg gegeben. Mareks Winken in die Fankurve hatten viele als Abschiedsgruß gewertet. Nach einer ordentlichen Vorbereitung mit Topwerten im Ausdauerbereich schlüpfte Mintal schnell wieder in seine alte Rolle: nicht als Tor-Phantom, sondern als Bankdrücker. Sein Berater Peter Hammer weiß um die Befindlichkeit seines sympathischen Klienten, sagt aber nur: „Marek hat Vertrag bis 30. Juni 2011. Der Rest ergibt sich irgendwie.“ Schon im Januar, wenn der Transfermarkt offiziell öffnet?

Denn dass Marek auf die geforderten 20 Pflichtspiele kommt, die ihm eine weitere Saison am Valznerweiher garantieren würden, ist nahezu ausgeschlossen. Bislang steht die Eins, weil nur Partien mit mindestens 20 Einsatzminuten in die ausgehandelte Option zur automatischen Verlängerung einfließen. Vom Hof hat Manager Martin Bader bis dato noch niemanden gejagt. Ohnehin sei Marek ein Sonderfall, hat der 42-Jährige mehrfach betont. Er soll nach seiner aktiven Zeit „in einer noch zu definierenden Position beim Club eingebunden werden“. Gut möglich, dass Mintals Karriere jetzt einen kleinen Umweg einschlägt.

"Wir werden nichts Unüberlegtes machen"

Kandidaten, denen Bader bei einem Wintertransfer ebenfalls wohl keine Steine in den Weg legen würde, gibt es genügend. „Dieter Hecking ist kein Trainer, der ständig irgendetwas fordert“, berichtet der Manager. „Aber er legt schon regelmäßig den Finger in die Wunde, wo er unser Potenzial noch nicht ausgereizt sieht.“ Nicht bei den Stammspielern, sondern bei Reservisten oder bereits Ausgemusterten. Pascal Bieler etwa, der seine Chance als Linksverteidiger nach Javier Pinolas Sperre nicht nutzte. Stürmer Isaac Boakye, der sich für höhere Weihen partout nicht aufgedrängt. Oder die Ewig-Talente Dario Vidosic und Tomasz Welnicki. Zudem der selbst bei den Amateuren außen vor bleibende Peter Perchtold.

Der Januar verspricht, wieder spannend zu werden. „Wir werden nichts Unüberlegtes machen“, versichert Bader. Dies betrifft Ab- wie Zugänge – immer mit Rücksicht auf die 10,8 Millionen Euro Miesen, die den Club noch zum 30. Juni dieses Jahres gedrückt haben. Markus Löser

Mehr über den Club, Mehmet Ekicis Formtief und warum Trainer Hecking sauer auf den BR ist, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Mittwoch, 8. Dezember.

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