Millionenwerte von Libanons Ex-Zentralbankchef eingezogen

Seit Jahren ermitteln deutsche Behörden gegen den langjährigen Chef der libanesischen Zentralbank. Was ihm vorgeworfen wird.
dpa |
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30 Jahre lang stand Riad Salameh an der Spitze der Zentralbank. (Archivbild)
30 Jahre lang stand Riad Salameh an der Spitze der Zentralbank. (Archivbild) © Hassan Ammar/AP/dpa
München/Beirut

Nach Ermittlungen gegen den langjährigen Chef der libanesischen Zentralbank, Riad Salameh, wollen die Behörden Immobilien und Gesellschaftsanteile im Gesamtwert von rund 35 Millionen Euro dauerhaft einziehen.

Wie die federführende Staatsanwaltschaft München I mitteilte, hat sie im Januar beim Landgericht München I die Einziehung bereits beschlagnahmter, hochwertiger Gewerbeimmobilien in München und Hamburg sowie Anteile an einer Immobiliengesellschaft in Düsseldorf beantragt.

Ex-Bankchef soll 330 Millionen Dollar veruntreut haben

Das Ermittlungsverfahren gegen den langjährigen Bankchef und weitere Beschuldigte wurde vorläufig eingestellt, weil sie nach Behördenangaben nicht aufzufinden waren und es darum derzeit nicht möglich sei, ihnen den Prozess zu machen. 

Salameh wird in seiner Heimat vorgeworfen, Gelder in Höhe von 330 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben. Die deutschen Ermittler gingen einem Geldwäscheverdacht nach. 

Briefkastenfirma und Immobiliengeschäfte

Die veruntreuten Gelder waren den Erkenntnissen der Ermittler zufolge über eine Briefkastengesellschaft auf den British Virgin Islands in Immobiliengeschäfte geflossen.

Im Rahmen der Ermittlungen waren Delegationen mehrfach in den Libanon gereist, um den Beschuldigten, dessen ebenfalls verdächtigen Bruder und Zeugen zu vernehmen. Unter den Zeugen war nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch der amtierende libanesische Finanzminister Jasin Dschaber. 

Der Skandal um Salameh, der bis Sommer 2023 rund 30 Jahre lang an der Spitze der libanesischen Zentralbank stand, ist derzeit eines der großen innenpolitischen Themen in dem Land im Mittleren Osten. Die Ermittlungsbehörden dort hätten ein Rechtshilfeersuchen gestellt.

Weil der Libanon seine Landsleute nicht ausliefert, kann es zu einem Gerichtsverfahren in Deutschland nur kommen, wenn Beschuldigte sich dem freiwillig stellen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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