Milder Winter mit unklaren Folgen für Insekten und Natur

München (dpa/lby) - Der Winter war bisher recht mild. Einem Sprecher des Deutschen Wetterdienst zufolge war er sogar "deutlich zu mild": Im Dezember hätten die Temperaturen drei Grad über dem langjährigen Mittel gelegen, im Januar bisher dreieinhalb Grad.
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Eine Honigbiene fliegt eine Blüte an. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild
dpa Eine Honigbiene fliegt eine Blüte an. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Der Winter war bisher recht mild. Einem Sprecher des Deutschen Wetterdienst zufolge war er sogar "deutlich zu mild": Im Dezember hätten die Temperaturen drei Grad über dem langjährigen Mittel gelegen, im Januar bisher dreieinhalb Grad. Auf Insekten und Umwelt wirkt sich das unterschiedlich aus:

BORKENKÄFER: "Die landläufige Meinung, dass strenge Winter Schädlinge wie Borkenkäfer dezimieren, ist nicht zutreffend", sagt Wald-Experte Ralf Straußberger vom Bund Naturschutz. Der Borkenkäfer halte sehr viele Minusgrade aus. Für ihn sei es eher schlecht, wenn es in einem milden Winter viel regnet: Dann könnten Pilze den Schädling befallen. Gleichzeitig könnten Bäume ihre Wasservorräte wieder auffüllen und den Käfern mehr Kraft entgegensetzen. Bleibt es jedoch trocken, nimmt der Borkenkäfer keinen Schaden und die Bäume können sich nicht erholen. Da die Bäume vom vergangenen Sommer stark vorgeschädigt seien und es damals Jahr viele Borkenkäfer gab, geht Straußberger davon aus, dass viele Wälder dieses Jahr Probleme mit dem Borkenkäfer bekommen werden.

BIENEN: Ob die Bienen gut durch den Winter kommen, entscheide sich erst in den kommenden Wochen, sagt der Vorsitzende des Verbands Bayerischer Bienenzüchter, Franz Vollmaier: "Wir sind da mit gemischten Gefühlen dabei". Bei milden Wintern könne es sein, dass die Bienen früher mit der Brut beginnen - und das koste Energie. Wird es aber im Frühjahr wie so häufig noch einmal kalt, sehe es für viele Völker schlecht aus. Sie hätten dann keine Kraft mehr.

POLLEN: Bei einem milden Winter könnten früher als gewöhnlich Pollen fliegen, sagt ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Gesundheit. Wenn es nicht so kalt ist, könnten Hasel- und Erlenpollen zum Beispiel bereits im Dezember fliegen. Tatsächlich seien diese Pollen bereits vereinzelt gemessen worden. Sollten die Temperaturen aber noch einmal sinken, würden zu wenige Pollen fliegen, um allergische Beschwerden auslösen zu können.

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