Messner: mit Struktur durch die Krise

München (dpa/lby) - Der frühere Extrembergsteiger Reinhold Messner sieht in der Corona-Krise mehr Wertschätzung für einfache Dinge. "Wenn durch die Corona-Krise der Verzicht weltweit zu einem positiven Wert würde, dann wird es am Ende ein riesiger Erfolg", sagte Messner, der seit den Grenzschließungen mit seiner Lebensgefährtin in seiner Münchner Wohnung lebt, der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).
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Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner lächelt, während er Fragen eines Journalisten beantwortet. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild
dpa Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner lächelt, während er Fragen eines Journalisten beantwortet. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Der frühere Extrembergsteiger Reinhold Messner sieht in der Corona-Krise mehr Wertschätzung für einfache Dinge. "Wenn durch die Corona-Krise der Verzicht weltweit zu einem positiven Wert würde, dann wird es am Ende ein riesiger Erfolg", sagte Messner, der seit den Grenzschließungen mit seiner Lebensgefährtin in seiner Münchner Wohnung lebt, der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Verzicht kann einen erfüllen. Gerade in unserer Gesellschaft, die so sehr und immer noch mehr auf Konsum aufgebaut ist. Auf Wachstum."

Für ihn habe Verzicht etwas Positives, sagte der 75-Jährige, dessen Erfolg als Bergsteiger teils auf Verzicht gründete: Ohne Sauerstoff und Fixseile gelangen ihm spektakuläre Begehungen; unter anderem bezwang er den Mount Everest ohne Sauerstoff und im Alleingang.

Messner, der als erster Mensch alle Achttausender der Welt bestieg, kennt den Umgang mit Risiken. Die Lungenkrankheit Covid-19 allerdings konfrontiere ihn damit in ganz anderer Weise als das Extrembergsteigen. "Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Ich kann Teil des Risikos werden, wenn ich erkranke. Aber das ist nicht beherrschbar wie auf einem Berg", sagte Messner. "Auf einem Berg gehe ich ein klares Risiko ein, allein durch die Schwerkraft. Da bin ich ganz alleine verantwortlich, jetzt allerdings genau nicht. Wenn jemand an mir vorbeigeht und hustet, kann ich nichts machen."

Eine Struktur sei für ihn ein Instrument, um mit den Einschränkungen zurechtzukommen. Dazu zählten Spaziergänge, Gassigehen mit dem Hund, Zeitunglesen, Essen und auch mal ein Ausflug zum Kletterfelsen an der Isar, an dem in den Dreißigerjahren die besten Kletterer trainiert hätten. "Man braucht eine Struktur, und die entsteht ja auch."

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