Menschen halten Ausgangsbeschränkungen weitgehend ein

«Daheim bleiben!» lautet das Motto für die Menschen im Freistaat - und die allermeisten halten sich an die seit dem Wochenende geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus. Die Polizei zieht eine überwiegend positive Bilanz.
| dpa
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Blaulichter leuchten auf einem Streifenwagen der Polizei. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild
dpa Blaulichter leuchten auf einem Streifenwagen der Polizei. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Die angesichts der Coronakrise beschlossenen Ausgangsbeschränkungen im Freistaat sind von den Menschen weitgehend eingehalten worden. Die Polizei zog eine positive Bilanz. Bei mehreren Tausend Kontrollen stellten die Beamten allerdings einige Hundert Verstöße fest. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte am Montag, die Polizei kontrolliere "mit Augenmaß". Stichprobenartige Kontrollen an der Haustüre gebe es nicht - lediglich bei konkreten Hinweisen.

In München registrierte die Polizei zwischen Sonntagmorgen und Montagmorgen nach eigenen Angaben bei 4000 Kontrollen 200 Verstöße, davon wurden 61 angezeigt. So fassten die Beamten unter anderem einen 33-Jährigen, der nach eigener Aussage das Coronavirus verbreiten wollte, indem er einen Ticketautomaten und U-Bahn-Griffe ableckte. Der Mann hatte seine bereits einige Tage zuvor begangenen Taten gefilmt und das Video im Internet verbreitet. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ob er tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist, war zunächst unklar. Der Mann sei getestet worden, sagte eine Polizeisprecherin.

In Unterfranken zählte die Polizei 316 Verstöße, die allesamt angezeigt würden. Die zahlreichen Spaziergänger, die am Sonntag das schöne Wetter ausnutzten, hätten sich vorbildlich verhalten und die Abstandsregelungen eingehalten oder seien als Familien unter sich geblieben, so das Fazit der Würzburger Polizei. Allerdings habe zum Beispiel ein Wirt in Karlstadt abends Gäste in seinem Restaurant gehabt, die bei Brettspielen dicht beisammen gesessen seien. Zudem hätten einige Parties aufgelöst werden müssen.

Die Polizei in der Oberpfalz stellte bei 1000 Kontrollen 54 Verstöße fest. Ob sich ein Passant oder Autofahrer berechtigt oder unberechtigt im öffentlichen Raum aufhält, werde durch den direkten Austausch geklärt, sagte eine Sprecherin. Bei einem Verdacht könnte auch eine Wohnung kontrolliert werden. Insbesondere junge Leute hätten gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen. Mehrfach seien Gruppen nach Hause geschickt worden, die sich zum Ballspielen oder Alkoholtrinken getroffen hatten.

In Oberfranken führten die Beamten über das Wochenende rund 6500 Kontrollen durch und stellten dabei lediglich vereinzelt Verstöße fest, sagte eine Sprecherin. Anzeigen hätten diese nicht immer zur Folge. Manchmal habe eine Ermahnung oder ein Platzverweis genügt.

Auffällig sei eine gewisse soziale Kontrolle der Menschen untereinander. So habe es etliche Anrufe gegeben von Bürgern, die auf etwaige Verstöße aufmerksam machten - beispielsweise, dass in der Nachbarschaft fünf auswärtige Autos vor einem Haus stünden und vermutlich eine Feier stattfinde. Das sei gar nicht negativ zu sehen im Sinne von Anschwärzen, sagte die Sprecherin. Die Menschen seien eben sensibilisiert. Auffällig sei zudem der Rückgang von Sachbeschädigungen, Ruhestörungen oder Verkehrsunfällen, die die Beamten normalerweise beschäftigten.

In Nordschwaben kontrollierte die Polizei am Wochenende den Angaben nach mehr als 800 Menschen, die sich in der Öffentlichkeit aufhielten. Darunter seien 54 Bürger gewesen, die keinen triftigen Grund hätten glaubhaft machen können und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz erhalten hätten.

Für das südliche Schwaben registrierte die Polizei bei 5500 Kontrollen von Passanten, Autofahrern, Gastronomiebetrieben und Geschäften am Wochenende Verstöße im Bereich von drei Prozent, hieß es. Darüber hinaus stellten sie bei den Bürgern ein großes Informationsbedürfnis fest. So hätten viele Menschen bei der Polizei angerufen - auch bei der Notrufnummer 110 -, um sich über die Ausgangsbeschränkungen und das Coronavirus zu informieren. Hierfür verwies sie an die Hotline der Staatsregierung (+49 89 12 22 20).

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