Material-Schlacht eröffnet: Ab Samstag ist Wahlkampf!

Heiße Phase beginnt: Die Nürnberger CSU investiert 250.000 Euro, die SPD 110.000 Euro. Die Kanzlerin und ihr Herausforderer kommen nach Nürnberg.
von  Abendzeitung

Heiße Phase beginnt: Die Nürnberger CSU investiert 250.000 Euro, die SPD 110.000 Euro. Die Kanzlerin und ihr Herausforderer kommen nach Nürnberg.

NÜRNBERG Heute um 8 Uhr beginnt der Wettlauf um die besten Plätze in der Stadt. Ab dann dürfen die Parteien ihre Wahlplakate aufstellen. 500 Dreieckständer sind pro Partei erlaubt. Ab 10 Uhr wird die Stadt mit Plakaten zugepflastert sein. Dann wird jeder Nürnberger auch optisch mitbekommen, dass am 27. September der neue Bundestag gewählt wird. Die heiße Phase des Wahlkampfs hat begonnen. Die Parteien steigen in die große Materialschlacht ein: Die CSU wird 250000 Euro in ihre Kampagne in Nürnberg investieren, die SPD 110000 Euro.

CSU will mit Partei-Promis die Bierzelte füllen

Die beiden CSU-Kandidaten Dagmar Wöhrl (Nürnberg-Nord) und Michael Frieser (Nürnberg-Süd) setzen auf die Hilfe der Partei-Prominenz. Ministerpräsident Horst Seehofer wird am 19. August im Bierzelt auf der Kirchweih in Langwasser sprechen. „Wir sind die einzige Partei, die sich noch traut, Politiker ins Bierzelt einzuladen“, so Wahlkampf-Manager Tobias Schmidt. Am 16. September kommt Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Lorenzkirche und am 24. September Wirtschaftsminister und Union-Superstar Karl Theodor zu Guttenberg.

Mit ihrer Wirtschafts-Kompetenz wollen auch die beiden Kandidaten punkten. Sie suchen das Gespräch vor Ort auf Pfarr- und Sommerfesten. Dagmar Wöhrl ist mit einem Wahlkampfbus unterwegs. Michael Frieser steigt bei der Katzwanger Kirchweih in den Sautrog. Er versucht, beim lustigen Paddelrennen auf der Rednitz nicht unterzugehen.

Die SPD will mit „Pauken und Trompeten“ durch die Stadtteile ziehen, um im Endspurt aus dem Rekordtief zu kommen. „Wenn wir jeden Tag um 0,5 Punkte zulegen, sind wir stärkste Fraktion“, rettet sich Nürnbergs Partei-Chef Christian Vogel in Galgenhumor. Günter Gloser (Nürnberg-Nord) und Martin Burkert (Nürnberg-Süd) fahren eine klare Erststimmen-Kampagne. „Wir haben gute Chancen beiden Wahlkreise zu gewinnen“, sagt Vogel.

OB Ulrich Maly wird sichtbar in den SPD-Wahlkampf eingreifen.

Deshalb werden gezielt Wähler, die ihre Zweitstimme den Grünen, der Linken oder der FDP geben wollen, angesprochen. „Wenn wie deren Erststimmen bekommen, haben wir die Chance, die Direktmandate zu gewinnen“, so Gloser. Anders als die CSU, die nur Faserschreiber und Prospekte verteilt, gibt die SPD bei ihren Info-Touren durch Parks und Grünanlagen ihren potenziellen Wählern mehr mit: Feuerzeuge, Spielkarten, Erdnüsse, Bonbons, Luftballons, Kulis – und Frank-Walter Steinmeiers Deutschlandplan für vier Millionen neue Jobs.

Der Kanzlerkandidat ist der einzige SPD-Promi, der zum Wahlkampf nach Nürnberg kommt. Er spricht am 21. September auf dem Jakobsplatz. Der andere Promi, mit dem SPD punkten kann, ist sowieso vor Ort. Vogel: „OB Ulrich Maly wird sichtbar in den Wahlkampf eingreifen.“ mir