Osterpredigt mit Wucht: Marx nennt Kriegsgebete "schamlose Gotteslästerung“

Kardinal Marx nennt Gebete für tödliche Treffer eine schamlose Gotteslästerung. Der Erzbischof sendet eine starke Botschaft zum Osterfest.
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
3  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Kardinal Marx ruft an Ostern zu Hoffnung auf eine bessere Welt auf. (Archivbild)
Kardinal Marx ruft an Ostern zu Hoffnung auf eine bessere Welt auf. (Archivbild) © Felix Hörhager/dpa

Kardinal Reinhard Marx hat in seiner Predigt am Ostersonntag den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt und Krieg mit deutlichen Worten kritisiert. Äußerungen von US-Pentagonchef Pete Hegseth, der dafür gebetet hatte, jede Kugel möge ihr Ziel treffen, seien eine schamlose "Gotteslästerung". Ebenso geißelte der Erzbischof von München und Freising nach Angaben eines Sprechers im Liebfrauendom Rechtfertigungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durch den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill. 

Papst Leo XIV. hatte bereits erinnert, dass Gott nicht dazu dienen dürfe, Krieg zu rechtfertigen. Es sei "ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen", sagte der aus den USA stammende Pontifex in seiner Predigt am vergangenen Palmsonntag. Gott stehe für Frieden; er erhöre nicht das Gebet jener, die Krieg führten.

Marx ruft zu Engagement für Frieden auf 

Kardinal Marx forderte die Gläubigen zum Osterfest auf, sich im Engagement für Frieden, Solidarität und einer gerechten Gesellschaft nicht entmutigen zu lassen. Die Menschen sollten an der Hoffnung auf eine bessere Welt festhalten - gerade bei der derzeitigen politischen Lage. "Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei ist, denn es geht um eine realistische Hoffnung", sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Osterbotschaft.

Marx sieht heute Parallelen zur Zeit Jesu, der von Mächtigen als weltfremd abgelehnt worden sei. Auch heute werde oft behauptet, die Welt sei vor allem von Machtinteressen, Gewalt und Wettbewerb geprägt. Dem setzte der Kardinal die christliche Botschaft entgegen, die Hoffnung und aktives Handeln für eine gerechtere Gesellschaft einfordere.

Die Geschichte der Menschheit solle nicht als eine Geschichte von Siegern und Besiegten erzählt werden. Es gehe auch um die große Kraft von Menschen, Frieden zu stiften. Das hänge eng mit dem Osterereignis zusammen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Der Münchner vor einer Stunde / Bewertung:

    Und Nordirland!
    Mitten in Europa und gar nicht lang her!
    Christen gegen Christen!
    Religion ist oft die Wurzel allen Übels!

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • gubr vor 2 Stunden / Bewertung:

    Was waren die Kreuzzüge? Kriege im Namen der Kirche! Die arabische Kultur war zu der Zeit eine Hochkultur und der, aufgrund der christlichen Dogmen rückständigen europäischen akultur weit überlegen. Dahingehend hat eigentlich die Kirche die Hauptschuld darin, wohin sich die Kultur der arabischen Völker entwickelt hat. Dieser Kardinal und sein prunkvolles Leben ist eigentlich ein Paradebeispiel für die Verlogenheit der Kirche. Von dem Völkermord der ersten Europäer im Amerika im Namen der Kirche will ich gar nicht reden.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • HiggsBoson vor 3 Stunden / Bewertung:

    Ein Wunder! Werden doch viele Kriege gerade durch Religionen angestachelt. Der sog. "heilige Krieg", der ""Jihad", alles, was gegen vermeintlich Andersgläubige geht, wird von vielen Religionen als Anlass angesehen.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.