Luxus-Spa-Tempel bei München feiert Richtfest: So wird das neue Vabali

In Olching baut die Vabali-Gruppe den vierten Standort ihrer beliebten Spa-Tempel. Dorthin dürfte es auch viele Münchner ziehen. Nun feiert der Bau Richtfest. Was man bisher sehen kann, wie es weitergeht und was Besucher auf der großflächigen Anlage erwartet.
Eleni Christoforis |
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Vabali Spa Richtfest in Olching.
Vabali Spa Richtfest in Olching. © Gerhard Blank

Die Badehose bleibt zu Hause, das Handy wandert in den Spind, und Kinder müssen draußen bleiben: Was nach strengen Regeln klingt, soll ab Sommer 2027 für Münchner das Tor zu Bali sein – ohne Langstreckenflug. Im Gewerbepark Geiselbullach bei Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) baut die Vabali-Gruppe ihren vierten Standort nach Berlin (2014), Düsseldorf (2017) und Hamburg (2022) – und ihre erste Wellnessanlage in Süddeutschland (AZ berichtete). Rund 80 Millionen Euro werden investiert, etwa 250 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Das Vabali Spa von oben.
Das Vabali Spa von oben. © Gerhard Blank

Wer die künftige Eingangshalle betritt, steht unter meterhohen Decken. "Ein bisschen wie eine Kathedrale", sagt Cornelius Riehm beim Rundgang über die Baustelle. Riehm ist Geschäftsführer der Theune Spa Management GmbH, die hinter den Vabali-Anlagen steht. Wer den Münchner Ableger einmal leiten wird, ist noch offen: "Da sind wir in guten Gesprächen", so Riehm. Verkündet werde bald.

Exklusiver Rundgang über die Baustelle

Anlass des Rundgangs ist das Richtfest – ein besonderer Moment für ein Projekt, das ganze zehn Jahre in der Planung steckte. Der erste Spatenstich ist nun etwa ein Jahr her .

Hier entsteht der Außenpool.
Hier entsteht der Außenpool. © privat

Was da mit Blick auf den Stürzer Weiher entsteht, ist eine Wellnesslandschaft der Superlative: 14 Saunen und vier Dampfbäder mit täglich wechselndem Aufgussplan, vier Pools, Ruheräume, ein Kaminzimmer und Massagen aller Art.

Dazu ein Hotel mit 114 Zimmern und Suiten – individuell gestaltet und hochwertig eingerichtet, aber nach Angaben der Betreiber bewusst erschwinglich gehalten. Die Rollenverteilung ist dem Chef wichtig: "Wir sind kein Wellnesshotel mit einer Wellnessanlage – sondern genau andersrum." Die meisten Gäste blieben ohnehin nur eine Nacht, das klassische Paar auf Tages-Auszeit. Und es gebe bereits eine Art Vabali-Tourismus: Stammgäste, die die Standorte der Gruppe durchprobieren und vergleichen.

Vabali  – "kommt nach Bali"

Der Name selbst ist Programm – ein Kunstwort, das so viel bedeuten soll wie: "Willkommen auf Bali, kommt zu uns." Und die Wahl fiel nicht zufällig auf die indonesische Insel: Die Materialien, die Farbgebung, die alten Hölzer – all das strahle Ruhe und Erholung aus, so Riehm. Genau darum geht es: "Es geht um Urlaub, um Entspannung." Ein Kurztrip in die Ferne, vier Stunden statt vierzehn Tage.

Cornelius Riehm vor einer Visualisierung der Anlage.
Cornelius Riehm vor einer Visualisierung der Anlage. © Eleni Christoforis

Der Bali-Look ist dabei kein Kulissenzauber: Über 30 Handwerker aus Indonesien sollen die Anlage mit balinesischen Elementen ausstatten – darunter alte Tore und Bauteile traditioneller Häuser, die auf der Insel dem Fortschritt weichen müssen. Eine eigene Firma kauft sie auf, bevor sie auf dem Müll landen. "Wir verleihen ihnen ein neues Zuhause", sagt Riehm. "Das ist authentisch – und nachhaltig." Dass balinesisches Holz gebraucht aussehen darf, gehört zum Konzept.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal in Olching

Highlight des Vabali Spas in Olching: eine Seesauna direkt am Stürzer Weiher, das Fundament steht bereits. Dazu Hängematten über dem Wasser, Bambusterrassen, ein weitläufiger Garten und ein Restaurant. Der Standpunkt in Bayern wird der Erste mit einem Steg und einer Sauna auf dem Wasser sein.

Eine Sauna auf dem Stürzer Weiher –  so soll der vabali spa aussehen, wenn er fertig ist.
Eine Sauna auf dem Stürzer Weiher – so soll der vabali spa aussehen, wenn er fertig ist. © vabali spa

Die gesamte Anlage ist textilfrei, Badebekleidung ist tabu. Ein Missverständnis räumt Riehm aber auf: "Man geht bei uns nicht nackt durch die Gegend, wie viele denken.“ Textilfrei gelte in Sauna und Pool, auf den Wegen und in der Gastronomie herrscht Bademantelpflicht  – wohlwissend, dass man damit eine Zielgruppe ausschließt. Denn ohne sie, so die Überzeugung des Hauses, würde aus der klassischen deutschen Saunalandschaft "ganz schnell ein Schwimmbad". Und ein Schwimmbad will das Vabali ausdrücklich nicht sein.

Einen separaten Damenbereich wird es zwar geben – aber eigentlich möchte man, dass sich alle gleichermaßen wohlfühlen, wie Riehm im Gespräch mit der AZ erklärt: "Wir möchten nicht, dass Frauen sich verstecken müssen." Das Personal sei entsprechend geschult, es gebe ein Awareness-Konzept – und eine Null-Toleranz-Politik: Wer aufdringlich wird oder gafft, fliegt raus. "Das ist dann sofort vorbei" so der Geschäftsführer.

Ballspielen oder Planschen verboten – nicht nur für Kinder

Kinder haben im Vabali weitgehend Pause: Zutritt gibt es erst ab zwölf Jahren. Man habe es früher anders probiert, sagt Riehm – und viel Feedback bekommen. "Es gibt einfach bessere Orte für Kinder als eine Wellnessanlage." Die neue Spa-Anlage in Olching soll ein Ort der Entspannung werden. "Ballspielen, Planschen oder Ähnliches hat bei uns nichts zu suchen. Daran müssen wir ab und an auch die Erwachsenen erinnern", sagt Riehm lachend.

Konsequent ist auch der Umgang mit dem Smartphone: Handys und Laptops müssen in den Spind, fotografiert wird nicht. "Digital Detox" nennt Riehm das Konzept – auch zum Schutz der Gäste, damit keine Bilder aus der Nacktanlage im Netz landen. "Legen Sie Ihr Handy mal vier Stunden in den Spind. Das kann am Anfang ein bisschen zittrig sein", sagt er. "Aber irgendwann sind die Leute dankbar."

Nach zehn Jahren Planung hängt der Richtkranz

Am Ende des Rundgangs wird gefeiert – und zwar traditionell. Zum Richtspruch treten die Zimmermänner in voller Zunftkleidung an und halten den Richtspruch.

Richtfest in Olching.
Richtfest in Olching. © Gerhard Blank

Firmengründer Markus Theune bringt es in seiner Ansprache auf den Punkt: Endlich sei aus Plänen etwas Sichtbares geworden. Sein Dank gilt besonders dem ehemaligen Olchinger Bürgermeister Andreas Magg, in dessen Amtszeit das Projekt angeschoben wurde. "Ein solches Projekt entsteht nie durch einen Einzigen" so Theune. Die Stadt vertritt an diesem Tag die Zweite Bürgermeisterin Maria Hartl.

Und wann darf in Olching geschwitzt werden? "Sommer 2027", sagt Riehm. "Wir sind guter Dinge." Und wer die Vorfreude nicht aushält: Eintrittsgutscheine gibt es schon jetzt im Vorverkauf – mit 30 Prozent Rabatt.

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