"Lost Places" in Bayern: Fotografin ertappt Kriminelle in verlassenem Keller
Für viele sind es die Schauplätze von Gruselgeschichten: verlassene Häuser, verfallene Fabriken und verstaubte Keller. Doch wo andere höchstens als Mutprobe die Nacht verbringen würden, ist die Fotografin Agnes Hörter in ihrem Element. Die Autorin und Fotografin lebt in Murnau am Staffelsee und dokumentiert "Lost Places", also verlassene Orte, in ihren Büchern. In Bayern hat sie sich damit inzwischen in der Szene einen Namen gemacht.
Agnes Hörter: Daher kommt ihre Faszination für "Lost Places"
Die Faszination für verlassene und verfallene Orte hatte sie wohl schon immer: "Als Kind ist man auch gerne mal irgendwo in irgendwelchen Ecken rumgekrochen, wo man vielleicht nicht sein sollte."
Das erste "Lost Place"-Foto war überhaupt nicht geplant, erinnert sie sich im Presseclub München. Bei einem Spaziergang entdeckte die gebürtige Schongauerin eine alte Möbelfabrik, in die sie schließlich auch reinkam. Die Erkundung des Industrie-Gebäudes entfachte Hörters Leidenschaft: "Das ist so ein ganz neuer, kleiner Kosmos. Und ich fand das spannend." Die Bayerin fotografiert nicht nur die gefundenen Orte, sondern dokumentiert auch ihre Geschichten. "Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Ort seine Geschichte selbst erzählt", sagt sie.

Fotografin überrascht Kriminelle in verlassenem Keller
Insgesamt drei Bücher hat Hörter zu "ihren" Plätzen bereits veröffentlicht. Dabei ist sie freilich nicht immer allein: Bei einem Erkundungsstreifzug mit zwei Bekannten ertappte die Fotografin etwa eine Gruppe Kabeldiebe quasi auf frischer Tat – sie überraschten die Kriminellen im Keller. Wie sich herausstellte, warteten aber bereits verdeckte Ermittler auf die Diebe, die sie dingfest machen konnten. Es folgte eine Standpauke der Polizei für die "Lost Place"-Jäger, die Sache ging aber glimpflich aus.
Randale und Verwüstungen: Darum verrät Agnes Hörter nicht, wo die "Lost Places" liegen
Was Hörter wichtig ist: Sie möchte nicht dazu beitragen, dass immer mehr Menschen zu den verlorenen Stätten pilgern, sie dabei womöglich beschädigen oder Anwohner stören. Deshalb verzichtet Hörter darauf, den Ursprungsort ihrer Bilder preiszugegeben.

So rücksichtsvoll sind nicht alle Besucher. Immer wieder kommt es auch zu Randale und Verwüstungen. Denn "Lost Places" sind gerade im Netz beliebt und ziehen auch Besucher an, die sich nicht zu benehmen wissen – ganz anders als die stille Jägerin mit der Kamera.
Hörters Buch "Lost Places in Bayern" ist im Volk Verlag erschienen, 208 Seiten, 29,90 Euro.
Derzeit arbeitet sie an einem neuen Band mit dem Fokus auf Graffitis in Ruinen.
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