Losgewandert: Die schönsten bayerischen Denkmäler mit Aussicht

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Wer hier hinaufsteigt, der wird doppelt belohnt: mit einem Hauch Geschichte und einer schönen Aussicht. Geschichte kann man in Bayern nicht nur in Museen und Altstädten entdecken, sondern auch hoch oben, wo der Blick weit über das Land schweift.
Das Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) hat eine Auswahl von sieben Denkmälern aus allen Regierungsbezirken zusammengestellt, die einen Ausflug wert sind:
Die Kapelle St. Jobst

In Mittelfranken etwa kann man zur Ruine der ehemaligen Kapelle St. Jobst bei Lehrberg im Landkreis Ansbach wandern. Die mittelalterliche Chorturmkirche wurde auf einem Hügel, dem sogenannten „Kappelberg“ Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet, wie das BLfD mitteilt.
Heute existieren auf dem „Kappl“, wie der Ort im Volksmund genannt wird, nur noch das Chorgeschoss und das erste Obergeschoss des Turmes. Drinnen können Besucher zwei gut erhaltene Chorbögen betrachten, draußen den Blick über Lehrberg und Umgebung schweifen lassen.
Der Bogenberg

Der Bogenberg im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen erhebt sich schon von Weitem sichtbar über die Donau und den Gäuboden. Bekannt ist er vor allem wegen seiner spätgotischen Wallfahrtskirche Hl. Kreuz und Mariä Himmelfahrt. Sie gilt als die älteste Marienwallfahrtskirche Bayerns. Besiedelt wurde der Bogenberg schon in der frühen Bronzezeit um 2200 v. Chr. Er gilt als Eingangspforte zum Bayerischen Wald.
Die Burg zum Königsberg

Die Burg zu Königsberg im unterfränkischen Landkreis Haßberge liegt wie ein Wachposten über der Stadt auf dem 335 Meter hohen Schlossberg. Entstanden ist sie wohl um 1200. Die Hauptburg wurde im 15. und 16. Jahrhundert weiter ausgebaut, ehe im 18. Jahrhundert ihr Niedergang einsetzte. 1921 gründete sich zum Erhalt und Wiederaufbau der Anlage die Schlossberggemeinde, die auch heute noch tätig ist.
Der Pankrazberg mit der Wallfahrtskirche und Burg

Haider- und Moser-Burgstein, die steil abfallenden Felswände des Pankrazberges und der Burgberg sind südlich des oberbayerischen Reichenhaller Beckens im Ortsgebiet von Karlstein auffällige Landmarken am Übergang in den alpinen Raum. Die barocke Wallfahrtskirche St. Pankraz steht stolz auf ihrem Felsen. Besucher können die 1150 errichtete Burg bestaunen, die noch in Teilen erhalten ist.
Die Burgruine Neideck

Im oberfränkischen Landkreis Forchheim thront auf einem Bergsporn über dem Wiesenttal die Burgruine Neideck. Der Wohnturm, Gebäudefundamente und Reste der Verteidigungsanlagen sind heute stille Zeugen des einstigen mittelalterlichen Herrschaftssitzes.
Die dreiteilige Anlage mit der exponierten Hauptburg wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Bis ins späte Mittelalter hinein wurde sie immer weiter aus- und umgebaut.
Die Ofnet-Höhlen

In Schwaben können Besucher gleich in zwei Epochen eintauchen: Möglich ist das bei den Ofnet-Höhlen bei Holheim im Landkreis Donau-Ries. Am südwestlichen Rand des Nördlinger Rieses erhebt sich der Riegelberg, an dessen Südseite die Kleine und die Große Ofnet liegen. Hier wurden 1907 bei Ausgrabungen zwei „Schädelnester“ aus der Zeit der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler gefunden.
Die Köpfe von 34 Personen waren kreisförmig in zwei Gruppen niedergelegt worden. Ursprünglich nahm man an, dass hier ein Massaker verübt worden sei. Heute geht man dem BlfD zufolge davon aus, dass es sich um ein selten überliefertes Zeugnis für Bestattungsriten der Jäger und Sammler handelt. Nach einem Besuch der Höhlen können Wandernde zu einer unterhalb gelegenen „villa rustica“, einem römischen Gutshof weiterlaufen.
Burgruine von Kallmünz

In der Oberpfalz im Landkreis Regensburg steht die mittelalterliche Burgruine von Kallmünz. Hierbei handelt es sich um Reste einer gotischen Höhenburg, errichtet um die Mitte des 13. Jahrhunderts. 1641 wurde sie zerstört und aufgegeben. Auf dem Schlossberg sind auch die Reste einer befestigten Höhensiedlung aus keltischer Zeit zu finden.
Die Wallanlage ist dem BLfD zufolge eines der eindrucksvollsten Bodendenkmäler Bayerns. Allein durch ihre Größe steche sie hervor.
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