Leoni-Verlust höher als erwartet: Probleme bei Großprojekt

Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni ist 2019 wegen der Krise der Autobranche, dem Konzernumbau und Problemen bei einem Großauftrag noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei ein Verlust von 384 Millionen Euro angefallen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Nürnberg auf Basis vorläufiger Zahlen mit.
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Der Schriftzug des Kabelspezialisten und Autozulieferers Leoni steht am Eingang der Zentrale des Unternehmens. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild
dpa Der Schriftzug des Kabelspezialisten und Autozulieferers Leoni steht am Eingang der Zentrale des Unternehmens. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Nürnberg - Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni ist 2019 wegen der Krise der Autobranche, dem Konzernumbau und Problemen bei einem Großauftrag noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei ein Verlust von 384 Millionen Euro angefallen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Nürnberg auf Basis vorläufiger Zahlen mit. 2018 hatte das Ebit noch 144 Millionen Euro betragen. Experten hatten angesichts der bereits roten Zahlen in den ersten neun Monaten und den bekannten Problemen sowie Umbaukosten mit einem Verlust gerechnet, dabei allerdings nicht in dieser Höhe.

Grund dafür sind Schwierigkeiten bei einem Großprojekt. Aufgrund aktueller Erkenntnisse musste eine Rückstellung von 80 Millionen Euro gebildet werden und 20 Millionen Euro mussten abgeschrieben werden. Der Umsatz ging 2019 auf rund 4,8 Milliarden (2018: 5,1 Milliarden) Euro zurück. Fortschritte gab es in den vergangenen drei Monaten immerhin bei der Liquidität. Die verfügbaren Mittel seien in den letzten drei Monate um rund sieben Prozent auf 624 Millionen Euro gestiegen - Ende 2018 hatte Leoni allerdings noch rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Die im SDax notierte Aktie hatte im vergangenen Jahr zu den größten Verlierern an der Börse gehört. Immerhin konnte sich das Papier von dem Absturz unter die Marke von 10 Euro im Sommer 2019 wieder etwas berappeln und kostete zuletzt rund 11 Euro.

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