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Hubert Aiwanger ist tot: Bayerischer Wirtschaftsminister stirbt mit 55

Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist im Alter von 55 Jahren überraschend in Berlin gestorben. Politiker aus Bayern würdigen den Freie-Wähler-Chef.
von  AZ
Hubert Aiwanger (†), (Freie Wähler) zuletzt stellvertretender Ministerpräsident und bayerischer Wirtschaftsminister.
Hubert Aiwanger (†), (Freie Wähler) zuletzt stellvertretender Ministerpräsident und bayerischer Wirtschaftsminister. © Peter Kneffel (dpa)

Hubert Aiwanger ist in einem Berliner Hotel tot aufgefunden worden. Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, bestätigte den Tod gegenüber der Abendzeitung. Auch Bayerns Digitalminister Fabian Mehring bestätigte den Tod gegenüber der AZ. 

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte wenige Stunden später, dass der bayerische Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident am frühen Abend in seinem Hotelzimmer im Bezirk Mitte entdeckt worden war. Die Staatsanwaltschaft und die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin leiteten ein Todesermittlungsverfahren ein. Ziel sei es, die konkrete Todesursache und den Hergang zu klären sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.

Aiwanger sagte Termin aus gesundheitlichen Gründen ab

Am Nachmittag hätte Aiwanger bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen. Er hatte sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen. Später war er nicht mehr erreichbar und wurde schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt. Die „Bild“ hatte zuerst berichtet und sich auf übereinstimmende Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und der Berliner Polizei berufen.

Ilse Aigner: "Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie"

Noch am späten Abend veröffentlichte der Bayerische Landtag auf Instagram ein Schwarz-Weiß-Porträt Aiwangers mit den Worten: "Der Bayerische Landtag trauert um den bayerischen Staatsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger.“

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner wird dort zitiert: "Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit erreicht uns die Nachricht, dass der Staatsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger mitten aus dem Leben gerissen wurde. Sein völlig unerwarteter Tod ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und für die gesamte Politik in Bayern. Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie. Ihnen gilt unser herzliches Beileid."

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Auch Ministerpräsident Markus Söder äußert sich auf Instagram, ist nach eigenen Worten geschockt über die Nachricht vom Tod seines Vize-Regierungschefs. "Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie."

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CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann würdigte den Freie-Wähler-Chef als einen Bayern prägenden Vollblutpolitiker: "Die Nachricht vom plötzlichen Tod Hubert Aiwangers macht traurig und betroffen", schrieb Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden. Hubert Aiwanger war streitbar, aber unbestreitbar ein Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat."

Hubert Aiwanger: Vom Landwirt zum Spitzenpolitiker

Aiwanger wurde am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach im niederbayerischen Landkreis Landshut geboren. Über viele Jahre hinweg prägte er die Freien Wähler in Bayern und führte die Partei schließlich in die Landesregierung.  Der Niederbayer hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen.

2006 übernahm Aiwanger den Vorsitz des bayerischen Landesverbandes, 2010 zusätzlich den Bundesvorsitz. Bereits 2008 war er erstmals in den Bayerischen Landtag eingezogen und hatte dort die Führung der Landtagsfraktion übernommen. Diese Position behielt er bis zum Eintritt in die Staatsregierung.

Nach der Landtagswahl 2018 bildeten die Freien Wähler erstmals eine Koalition mit der CSU. Unter Ministerpräsident Markus Söder wurde Aiwanger stellvertretender Ministerpräsident sowie Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Auch nach der Wahl 2023 blieb er in diesen Ämtern.

Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.

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