Waldstück bei Landshut abgefackelt: Wo steckt der Feuerteufel?

Die Ursache für den Brand am 20. April ist weiter ungeklärt – und die Waldbesitzer bleiben auf dem Schaden sitzen.
| Gunnar Giftthaler
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Ein Waldbesitzer zeigt der AZ 1.500 Quadratmeter seines verbrannten Waldes. Den Schaden wird ihm wohl keiner bezahlen.
gg Ein Waldbesitzer zeigt der AZ 1.500 Quadratmeter seines verbrannten Waldes. Den Schaden wird ihm wohl keiner bezahlen.

Landshut - Knapp 6.000 Quadratmeter verbrannte Fläche, 350 Einsatzkräfte vor Ort und zwei Tage Löscharbeiten: der Waldbrand am 20. April zwischen Eugenbach und Beutelhausen gehört zu den größten im Landkreis seit vielen Jahren.

Die Ursache ist immer noch ungeklärt, der Ermittlungsstand soll demnächst der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Ein geschädigter Waldbesitzer, der anonym bleiben will, erzählt im Gespräch mit der AZ, wie er den Tag des Brandes erlebt hat und wie es für ihn nun weitergeht.

Der Brandgeruch liegt noch in der Luft

Auch knapp sechs Wochen nach dem ausgedehnten Waldbrand liegt immer noch Brandgeruch in der Luft. Vier verbliebene, angekokelte Tannen stehen einsam auf dem durch das Feuer verwüsteten Gelände. Bei der kleinsten Berührung des Bodens haftet sofort der Ruß an Schuhen, Kleidung und Haut.

Vier Stunden bevor die Feuerwehrsirene am Tag des Brandes losging, war der geschädigte Waldbesitzer, der aus persönlichen Gründen nicht genannt werden möchte, bei einer Waldbegehung unterwegs. "Auffälliges habe ich da nicht bemerkt", sagt er.

Als der Waldbesitzer, der auch Mitglied bei der Feuerwehr ist, nur wenig später mit seinen Kameraden ausrückte, musste durch die starke Rauchverteilung im Wald erst einmal die Brandstelle gefunden werden. "Der Einsatz und die Koordination waren schwierig", erinnert er sich. Das Waldstück sei schwer zugänglich – und der Bucher Graben als Wasserstelle "gibt nicht so viel Wasser her". Die Feuerwehrschläuche über größere Distanz durch das Dickicht zu ziehen, sei kräfteraubend gewesen, zählt er auf. Um 16.30 Uhr sei er ausgerückt, um 1 Uhr morgens erst wieder zu Hause gewesen.

An die 350 Einsatzkräfte und zwei Hubschrauber waren an zwei Tagen im Einsatz, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen. "Vor allem die Wärmebildkamera des Hubschraubers hat wirklich viel gebracht", sagt er. Erst am zweiten Tag, als sich der Rauch langsam verflüchtigte, zeigte sich das Ausmaß der Verwüstung. "Ich hätte weinen können, als ich das gesehen hab", sagt er.

Polizei kann keine fahrlässige Brandstiftung nachweisen

Was bleibt, sind 6.000 Quadratmeter verbrannter Wald und die Frage: Wer ist schuld daran? Als der Geschädigte Kontakt zur Einsatzstelle der Polizei aufnimmt, heißt es zunächst: "Wir melden uns." Als dies nicht geschieht, wird er selber tätig.

Seitdem war ein Beamter der Kripo zweimal zu Besuch, um eine offizielle Zeugenaussage aufzunehmen. Bisher könne aber – so der Geschädigte – keine fahrlässige Brandstiftung nachgewiesen werden. dies bestätigte die Kripo auf Nachfrage der AZ. An den runden, hellgrauen Brandstellen könne man zwar sehen, dass irgendetwas verbrannt wurde, aber ob dies die Ursache war, sei nicht auszumachen. Der Fall wird demnächst der Staatsanwaltschaft übergeben, die dann entscheidet, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Falls nichts nachgewiesen werden kann, bleibt der Waldbesitzer auf dem Schaden sitzen. Wie hoch dieser ausfällt, müsse er erst noch von einem Gutachter schätzen lassen. Was er jedoch weiß: Etwa 1.500 Quadratmeter seines Waldes sind zerstört. Es hätte sogar noch schlimmer kommen können, aber die Waldwege funktionierten wie Feuerschneisen und verhinderten ein weiteres Übergreifen der Flammen.

Über eine Waldversicherung gegen Brandschäden habe er schon früher nachgedacht, "die ist aber derart teuer, dass die kein Mensch macht." Der Fall könne nun bis zu zwei Monate bei der Staatsanwaltschaft liegen, da keine Personenschäden zu verzeichnen sind. Sollten doch noch ein oder mehrere Schuldige gefunden werden, müssten diese auch die Kosten für den Feuerwehreinsatz tragen, die der Geschädigte auf einen sechsstelligen Betrag schätzt.

Die ganze "Warterei" sei deshalb schon eine Belastung, "aber sich noch mehr aufzuregen, bringt ja auch nichts", sagt er. Momentan bleibe ihm nichts anderes übrig, als abzuwarten und im Sommer die bereits angegriffenen Bäume auf Käferbefall zu untersuchen und Holz rauszubringen. Im Herbst bepflanzt er dann die Fläche neu. Dazu muss die Fläche jedoch erst einmal durch Mulchen und Fräsen aufbereitet werden.

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