Vögelfüttern im Garten: Liebhaberei oder Artenschutz?

Wie man am besten Federvieh unterstützt.
| red
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Gimpel und Kohlmeise am Futterhäuschen - sie kommen häufig, um Körner zu holen.
Gimpel und Kohlmeise am Futterhäuschen - sie kommen häufig, um Körner zu holen. © Selmansberger

Wenn es im Dezember kalt wird, besinnen sich viele Menschen auf die heimische Vogelwelt. Spätestens zu dieser Zeit, meistens jedoch früher, wird in Kaufhäusern und bei Discountern Vogelfutter angeboten. Mehr als 20 Millionen Euro geben die Deutschen jährlich dafür aus. Wer in seinem Garten viele Vögel beobachten will, muss auf eine gute Futterqualität setzen, so Johannes Selmansberger vom Bund Naturschutz im Landkreis.

Dabei gelte: Je vielfältiger das Futterangebot ist, desto mehr Vogelarten fänden etwas Passendes. Besonders beliebt seien Sonnenblumenkerne, verschiedene Nüsse, Fett-Kleie-Gemische, Äpfel, Rosinen und getrocknete Mehlwürmer oder Haferflocken.

So könne man in eine Pfanne etwas Sonnenblumenöl leicht erwärmen und Haferflocken dazugeben. Nicht anbraten, so dass die Flocken braun werden, sie sollten sich lediglich mit dem Öl vollsaugen. Vor dem Füttern die Haferflocken aber abkühlen lassen.

Wirklich hilfreich für die Vogelwelt sei mehr Wildwuchs im Garten und die Erhaltung naturnaher, vielfältiger Lebensräume. Man könne nur die Vögel füttern, die im Sommer mit reichlich Insekten großgezogen wurden.

Insektenschutz ist Vogelschutz

Insektenschutz sei daher Vogelschutz. "Das beste Futter finden Vögel in der Natur. Der Kauf von regionalen und biologisch angebauten Lebensmitteln hilft, strukturreiche Landschaften als Lebensraum und Nahrung für viele verschiedene Vogelarten zu erhalten, so die BN-Kreisvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm.

Dennoch: "Vögel füttern mit dem richtigen Futter ist sinnvoll und macht Spaß und steigert nachweislich das Wohlbefinden von uns Menschen."

An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis. "Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben", so Selmansberger. Deshalb sei gegen ein sachgemäßes Füttern im Winter nichts einzuwenden.

Das ganze Jahr über: Frisches Wasser für Vögel

Der BN bittet alle Vogelfreunde, Futterstellen im Garten sauber zu halten und verschmutztes Futter zu entsorgen. Frisches Wasser sollte das ganze Jahr über angeboten werden. Während Spatzen, Meisen und Amseln am Futterhäuschen wie im Paradies lebten, hätten aber andere Vogelarten kaum etwas davon. Die Arten, die ans Futterhaus kämen, seien bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht gefährdet.

Seltene und bedrohte Arten, wie Rebhuhn, Eisvogel, Braunkehlchen oder Goldammer, kämen dagegen kaum an die Futterstelle. Und viele Zugvögel seien nur im Sommer in der Region, deshalb leiste eine Winterfütterung nur einen begrenzten Beitrag zum Vogelschutz.

"Viel wichtiger für den Artenschutz ist der Erhalt der natürlichen Lebensräume", sagt Selmansberger, Artenschutzbeauftragter der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe.

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Selmansberger macht deshalb den Vorschlag, die eine Hälfte des Budgets für Vogelschutz in Vogelfutter und die andere Hälfte in eine Spende zum Ankauf schutzwürdiger Gebiete (Grünes Band, Spendenkonto DE49743900000001 840185 VR Bank Landshut, "Kennwort Vogelschutz") aufzuteilen. Damit helfe man nicht nur der Vogelwelt, sondern man fördere die gesamte Biodiversität.

Grundsätzlich sei die Erhaltung ihres natürlichen Lebensraumes die beste Methode, um heimische Vögel zu schützen. Wer zum Beobachten Wildtiere in seinen Garten locken möchte, findet auf den Webseiten des BN viele Tipps.

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