Vermüllte Container in Landshut: "Einzelne versauen das ganze Stadtbild"

Immer wieder werden die Container-Standorte in Landshut überfüllt und vermüllt: Den Verursachern drohen jedoch hohe Bußgelder.
| Franziska Hofmann
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Ähnlich wie an diesem Container-Standort unter der Eisenbahnbrücke nahe des Eisstadions, werden an vielen anderen Plätzen Müll und Kartons achtlos abgeladen - sehr zum Ärger der Straßenreinigung, die das Chaos aufräumen muss. Damit die Verursacher nicht einfach so davonkommen, sind einige Standorte bereits videoüberwacht.
Ähnlich wie an diesem Container-Standort unter der Eisenbahnbrücke nahe des Eisstadions, werden an vielen anderen Plätzen Müll und Kartons achtlos abgeladen - sehr zum Ärger der Straßenreinigung, die das Chaos aufräumen muss. Damit die Verursacher nicht einfach so davonkommen, sind einige Standorte bereits videoüberwacht. © AZ

Landshut - Volle Windeln, schimmlige Kartons, alte Plüschtiere - was sich rund um den Entsorgungsstandort nahe des Eisstadions an Unrat sammelt, sieht aus wie ein Teppich aus Müll. "Der Zustand des Geländes ist erschreckend", schreibt ein Leser, der die Verunreinigung auf Fotos dokumentiert hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass Container-Standorte in der Stadt rund um den Jahreswechsel so zugerichtet wurden. Immer wieder wenden sich Leser mit weiteren Bildern an unsere Zeitung. Erst kürzlich zeigte sich der Container-Standort an der Sparkassen-Arena in einem ähnlichen Zustand . Doch wieso sind die Container-Standorte gerade jetzt so oft vermüllt und überfüllt? Und was kann man dagegen tun?

Die 39 Grüngut-Container im Stadtgebiet sind zu dieser Jahreszeit schnell mit den ausrangierten Christbäumen überfüllt.
Die 39 Grüngut-Container im Stadtgebiet sind zu dieser Jahreszeit schnell mit den ausrangierten Christbäumen überfüllt. © Lothar Brey

Müllproblem im Landshut: 

"Das hat einerseits sicher mit der aktuellen Situation zu tun. Die Leute sind mehr zu Hause, bestellen mehr online und haben mehr Zeit, zu Hause auf- und umzuräumen", erklärt sich Richard Geiger vom Sachgebiet Kommunale Abfallwirtschaft die überfüllten Containerstandorte. Andererseits seien die Feiertage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel dieses Jahr so gefallen, dass 25 Prozent der Werktage weggefallen sind. "Diese Tage fehlen dann natürlich auch dem Fahrer der Firma Koslow, der die Container lehrt", so Geiger.

Wann welche Containerstandorte gelehrt werden, sei dabei ganz unterschiedlich und hänge von der Frequenz ab. "Manche Standorte, an denen viel Durchgangsverkehr herrscht, werden einmal oder sogar mehrmals täglich gelehrt, andere, die weniger stark frequentiert sind, müssen nur einmal in zwei Wochen angefahren werden", sagt Geiger.

Die Straßenreinigung muss das Chaos beseitigen

Auch bei den Bauamtlichen Betrieben seien bereits Beschwerden von Bürgern über überfüllte Container eingegangen. Meist handele es sich dabei um Standorte, an denen Kartonagen und Co. einfach neben den Containern abgestellt werden oder über den ganzen Platz verteilt liegengelassen werden. Doch immer wieder laden Einzelne auch Restmüll, Hausrat oder sogar Haustierstreu an den Standorten ab. Abfälle, die dort definitiv nicht hingehören. "Es ist die alte Weisheit: Wenn irgendjemand mit schlechtem Beispiel vorangeht, finden sich schnell weitere Leute, die ihren Müll dazulegen", so Geiger.

Den Müll, der fälschlicherweise an den Container-Standorten hinterlassen wird, müssen die Mitarbeiter der städtischen Straßenreinigung dann entsorgen. Für die Straßenreinigung ist das ein Mehraufwand, der Zeit kostet und nicht immer unkompliziert ist - etwa im Falle von Problemabfällen: wenn beispielsweise größere Mengen an Pflanzenschutzmittel,

Chlorreiniger oder ähnlichen Substanzen, die mit einem Gefahrenstoffsymbol gekennzeichnet sind, dort zurückgelassen werden. Das komme aber, so Geiger, glücklicherweise nur sehr selten vor. "Die Mehrheit der Bürger entsorgt ihren Müll ja ordnungsgemäß. Sonst würde die Stadt schnell ganz anders aussehen."

Diejenigen, die ihren Müll gedankenlos und falsch entsorgen, müssen aber mit einem Bußgeld rechnen, das bei 35 Euro für einzelne Teile beginnt, und je nach Dreistigkeit, Menge und Grad der Verunreinigung schnell aber auch 300 Euro kosten kann. Für Wiederholungstäter kann es sogar noch teurer werden.

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Einige Standorte werden bereits videoüberwacht

Dass die Stadt die Verursacher findet, kommt dabei gar nicht so selten vor: "Zu unserer Überraschung sind manche immer wieder so nett und hinterlassen uns zwischen ihrem Müll auch ihre Weihnachtsgrußkarten auf denen Name und Adresse stehen", sagt Geiger.

Außerdem werden Standorte, die immer wieder massiv verunreinigt werden, zusätzlich vonseiten der Stadt kameraüberwacht. "Diese Bilder liefern uns immer wieder erfolgreich Rückschlüsse auf die Täter." Zunehmend würden diese mobilen Kameras auch eingesetzt, weil immer mehr Leute feiertags oder in der Nacht Glas entsorgen. "Verständlicherweise sehr zum Ärger der betroffenen Anwohner."

Ebenfalls oft überfüllt sind zu dieser Jahreszeit die Grüngutcontainer. Weil die meisten der knapp 35.000 Haushalte in der Stadt ihre Christbäume pünktlich zum Drei-Königs-Tag entsorgen, sind die 39 Grüngutcontainer zu dieser Zeit schnell überlastet. Das koste besonders die Fahrer wertvolle Zeit beim Abtransport der Container. Damit auch die 105 Papiercontainer-Standorte der Stadt nicht dauerhaft aussehen, wie es zum Jahreswechsel oft der Fall war, appelliert Richard Geiger, Abfälle "mit Vernunft" zu entsorgen. "Jeder Karton, der achtlos neben den Container geworfen wird, verlangsamt den Abtransport und ist mit Mehraufwand für Fahrer und Straßenreinigung verbunden. Einzelne Verantwortungslose versauen das Stadtbild."

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