"Sozialer Wohnungsbau in Landshut total gescheitert"

Die Aussicht auf günstigen Wohnraum sind laut Mieterverein in Landshut düster.
| Magdalena Wittmann
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Josef Biersack (links), erster Vorsitzender, und Oliver Wunsch, zweiter Vorsitzender und Rechtsberater des Mietervereins.
Josef Biersack (links), erster Vorsitzender, und Oliver Wunsch, zweiter Vorsitzender und Rechtsberater des Mietervereins. © Magdalena Wittmann

Landshut - Vor Kurzem hat die jährliche Mitgliederversammlung des Mietervereins Landshut im Michel-Hotel stattgefunden. Die Vorsitzenden Josef Biersack und Oliver Wunsch klärten über die aktuelle Situation für Mieter in Landshut auf. Zentrales Thema in Landshut bleibt weiterhin die Wohnungsknappheit. Bei Bestandsmieten (mit teils jahrzehntelangen Mietverhältnissen) sei die Lage im Gegensatz zu den Angebotsmieten noch relativ entspannt. Auf den Wartelisten für Genossenschaftswohnungen stünden jedoch mittlerweile 60 bis 80 Leute. Es passiere zu wenig, so Biersack. "Der soziale Wohnungsbau ist total gescheitert".

Steigende Mieten in Landshut

Ein weiteres Thema sind in Landshut steigende Mieten. In Landshut gibt es zwar eine sogenannte Mieterschutzverordnung oder Mietpreisbremse. Das heißt, dass bei Wiedervermietung nur maximal zehn Prozent mehr verlangt werden darf. Dem stehe jedoch vor allem die Angst und das Unwissen der Mieter gegenüber, so Wunsch. Deswegen würden viele den Forderungen der Vermieter ohne Widerworte zustimmen, während sie rechtlich keine Verpflichtung dafür hätten. Keinem könne die Wohnung so einfach weggenommen werden, sagte Wunsch. Die Mieterhöhungen müssten anhand des Mietspiegels der Stadt detailliert erläutert werden. Allgemein gelte die Faustregel: Die Miete sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens betragen.

Eine "Alibigeschichte" sei hingegen der Kündigungsschutz der Bundesregierung wegen Corona vom ersten April bis zum 30. Juni 2020 gewesen. Den nicht zu verlängern sei wiederum "hirnlos" gewesen, so Wunsch. Die Belastung für Mieter käme erst jetzt, wo die Reserven allmählich zu Ende gehen. Das Geld würde für alles "wie beim Monopoly" rausgeschmissen werden, eine Verlängerung des Kündigungsschutzes hätte dagegen überhaupt nichts gekostet", ärgert sich Wunsch.

Außerdem suche die Stadt Landshut das Heil des Wohnungsmarktes auf dem freien Markt, sagte Biersack. Bezahlbare Wohnungen dürften dabei aber nicht vergessen werden. Vor allem ärgert es den ersten Vorsitzenden des Mietervereins, dass nach dem 2018 eingereichten Bürgerentscheid für 1 000 bezahlbare Wohnungen "absolut nichts passiert" sei. Ziel des neugewählten Vorstandes ist es, 100 Wohnungen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu realisieren.

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