Serien-Räuber in Landshut? Messer-Mann raubt Tankstelle aus

Am Morgen betritt ein bewaffneter Mann die Aral-Kassenräume und bedroht zwei Angestellte. Es ist nicht der erste Überfall dieser Art in der Region.
| Ingmar Schweder
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Die Tankstelle an der Niedermayerstraße ist 24 Stunden geöffnet. Mit einem gezückten Messer betritt gestern der Räuber den Kassenraum und flüchtet anschließend mit seiner Beute.
Ingmar Schweder Die Tankstelle an der Niedermayerstraße ist 24 Stunden geöffnet. Mit einem gezückten Messer betritt gestern der Räuber den Kassenraum und flüchtet anschließend mit seiner Beute.

Landshut - Die Aral-Tankstelle an der Niedermayerstraße hat 24 Stunden geöffnet. Das nutzte gestern ein Räuber in den frühen Morgenstunden aus: Wie die Polizei mitteilt, betrat am Montag gegen 4.50 Uhr ein vermummter Mann, bekleidet mit einem dunklen Kapuzenpulli und einem Messer in der Hand den Kassenraum und bedrohte dort zwei Angestellte. Der Täter sprach Deutsch mit ausländischem Akzent und forderte die Herausgabe des Bargelds.

Mit seiner Beute, die im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich liegt, flüchtete der Tankstellenräuber im Anschluss zu Fuß in Richtung der angrenzenden Parkplätze zweier Einkaufsmärkte und eines Drogeriemarkts.

Die Polizei versuchte umgehend, nachdem sie verständigt worden war, sich an die Fersen des Mannes zu heften. Doch der Täter konnte untertauchen. Die Fahndungsmaßnahmen blieben trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers gestern ergebnislos. Derzeit wertet die Kripo nach Angaben des Pressesprechers des Polizeipräsidiums Niederbayern, Stefan Gaisbauer, Spuren aus. Die Ermittlungen laufen.

Eine Beschreibung des Täters gibt es ebenfalls: männlich, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, normale bis leicht kräftige Figur. Der Mann sprach Deutsch mit ausländischem Akzent. Er trug einen dunklen Kapuzenpulli mit weißen Zugbändern an der Mütze, eine dunkle Jogginghose mit hellem Emblem am linken Oberschenkel, Handschuhe sowie eine helle Wollmütze mit Sehschlitzen. Zudem führte er eine helle Plastiktasche bei sich.

Die Vorgehensweise erinnert an die Überfälle in Vilsbiburg

Die Vorgehensweise des Mannes ähnelt stark zwei Überfällen auf eine Aral-Tankstelle in Vilsbiburg, die in den vergangenen Monaten stattgefunden hatten: Bereits am 24. November 2017 raubte dort laut Beschreibung ein etwa 20-jähriger Mann die Aral-Tankstelle an der Landshuter Straße aus.

Auch damals bedrohte der Täter eine Kassiererin mit einem Messer und raubte Bargeld.

Der Täter wurde damals als 1,65 bis 1,70 Meter groß beschrieben. Bekleidet war er mit einer schwarzen Hose, einer schwarzen Jacke und einem Kapuzenpulli. Zudem war der Räuber ebenfalls vermummt. In der Tankstelle trug er ein schwarz-weißes Mundtuch vorm Gesicht. Der junge Mann sprach Deutsch und sah der Beschreibung zufolge ausländisch aus.

Am 13. Februar 2018 fand der nächste Raubüberfall in der Vilsbiburger Aral-Tankstelle statt: Damals betrat der Täter gegen 22.20 Uhr den Kassenraum, wo er, ohne ein Wort zu verlieren, sofort mit einem Messer auf die Kassiererin losging.

Doch damals gab es für den Räuber nichts zu holen: Die 57-Jährige wehrte sich so vehement, dass der Mann sein Vorhaben aufgeben musste und ohne Beute flüchtete. Obwohl der Täter damals während des Überfalls versucht hatte, auf die Kassiererin einzustechen, schaffte sie es, ihn zu vertreiben. Unter anderem bewarf sie den Mann mit Getränkeflaschen.

Nach AZ-Informationen stand die Kassiererin zu dem Zeitpunkt, zu dem der Täter den Raum betrat, gerade am Kühlschrank, in dem die Getränke stehen. Bei der Auseinandersetzung blieb die Frau unverletzt und setzte, nachdem der Unbekannte das Weite gesucht hatte, einen Notruf ab.

Der Mann ist bewaffnet: Die Polizei bittet, keine Anhalter mitzunehmen

Der Beschreibung nach war auch dieser Täter etwa 20 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß. Um sein Gesicht unkenntlich zu machen, trug er eine schwarze Maske oder ein Tuch mit aufgedruckten Zähnen. Außerdem trug der Mann eine schwarze Hose und weiße Turnschuhe. Ob es zwischen den Fällen einen Zusammenhang gibt, konnte die Kriminalpolizei am Montag nicht bestätigen.

Nichtsdestoweniger bittet die Polizei im aktuellen Fall um Hinweise aus der Bevölkerung - zum Tatverdächtigen oder zu dessen aktuellem Aufenthalt.

Wer konnte zur genannten Zeit im Umfeld der Tankstelle in der Niedermayerstraße, sowie im Bereich des Parkplatzes am Supermarkt verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachten? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Landshut unter der % 0871/92520 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Es wird zudem davor gewarnt, die verdächtige Person eigenständig anzusprechen oder eventuelle Anhalter mitzunehmen. Es ist nicht auszuschließen, dass der Mann das Messer weiterhin mit sich führt.

Die Tankstellenbetreiber wollten sich Montag nicht zum Vorfall äußern.

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