Schildkröte Nelson in Landshut auf großer Reise

Wie soziale Medien einer Schildkröte zu einer Rückkehr in ihr Zuhause verholfen haben.
| Claudia Hagn
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Nelson - in voller Pracht und Schönheit.
Nelson - in voller Pracht und Schönheit. © Ebersberger

Landshut - Die Finderin im Naturschutzgebiet muss sich wohl sehr gewundert haben, als sie am Plaikaturm hoch oben über der Stadt stand. Beim Blick nach unten sah sie plötzlich eine Schildkröte, deren natürlicher Lebensraum eher irgendwo im griechischen Hinterland, aber nicht im niederbayerischen Naturschutzgebiet ist.

Schildkröte Nelson: Erfolgsgeschichte für die sozialen Medien

Das war wohl auch der Frau bewusst, denn sie sicherte die Schildkröte und informierte Dieter Dort vom Artenschutz der Stadt Landshut - der das Tier prompt aufnahm, um entweder den Besitzer oder einen geeigneten Pflegeplatz für sie zu finden.

Was dann folgte, kann wohl als Erfolgsgeschichte für die sozialen Medien betrachtet werden. Dort konnte einen Pflegeplatz organisieren, bei dem die Schildkröte erstmal sicher war. Und dann ging die Suche im Internet nach dem möglichen Besitzer der männlichen, griechischen Landschildkröte los.

Schildkröte Nelson: Zwei Monate für zwei Kilometer

Dumpf konnte sich der Interims-Schildkröten-Papa an einen Facebook-Post vom 26. August erinnern: Darin suchte eine Frau in der Nähe der FH in Schönbrunn nach ihrer Schildkröte Nelson, die ausgebüxt war. Zwei Kilometer sind es von ihrer Heimat bis zum Plaikaturm im Naturschutzgebiet; eine Strecke, die Nelson offenbar zurückgelegt hat.

Für "Grilas" braucht man eine Genehmigung

Knappe zwei Monate war er unterwegs, sagt Dieter Dort. "Man darf nicht vergessen, dass Schildkröten gar nicht so langsam sind und auch klettern können", so der Artenschutz-Experte.

Immer wieder werden in der Stadt Schildkröten gefunden - manchmal wurden diese Exemplare bewusst ausgesetzt, manchmal hauen sie einfach von zu Hause ab. Heimisch sind Schildkröten in Niederbayern nicht.

Bei ausgebrochenen griechischen Landschildkröten haben die Besitzer es einfacher, sie wiederzufinden als bei den meisten Wasserschildkröten, denn Besitzer der so genannten "Grilas" brauchen von den Naturschutzbehörden eine Genehmigung, um sie halten zu dürfen.

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Einmal im Jahr werden die Schildkröten fotografiert

Dazu ist für jedes Tier eine detaillierte Fotodokumentation bei den Behörden hinterlegt, wie Dort erzählt. Einmal im Jahr werden die Tiere bis zu ihrem zehnten Lebensjahr fotografiert, von unten und oben, um ihre charakteristische Panzer-Zeichnung - die sich im Lauf der Jahre ändert - parat zu haben.

Genau das kam auch Schildkröte Nelson zu Gute: Denn mittels der Bescheinigungen und der Fotos konnte die Schildkröte eindeutig identifiziert werden - und zu ihren ursprünglichen und sehr glücklichen Besitzern zurückkehren.

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