Region Landshut: Sparkasse schließt vier Geschäftsstellen

Als Begründung für die Schließungen der Sparkassen-Filialen in der Region Landshut werden Onlinebanking und Kostendruck angegeben.
| Uli Karg
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Der Landshuter Standort Auloh schließt Ende 2021.
Der Landshuter Standort Auloh schließt Ende 2021. © Christine Vinçon

Landshut - Das Thema zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden durch die Jahresgespräche der Sparkasse Landshut: Immer mehr Kunden nutzen für ihre alltäglichen Bankgeschäfte Apps und Internet. Und auch für Beratungen würden verstärkt alternative Angebote zum Gespräch vor Ort gewünscht. Wenig überraschend kommt daher eine Pressemeldung, in der der Sparkasse nun mitteilt in der Region Landshut demnächst vier Geschäftsstellen zu schließen. Betroffen sind die Standorte Auloh in der Stadt Landshut, sowie Viecht, Oberahrain und Bayerbach im Landkreis.

"Müssen auf veränderte Nachfrage reagieren"

Neben dem geänderten Kundenverhalten wird die Entscheidung auch auf gestiegenen Kostendruck zurückgeführt. In der Pressemeldung heißt es hierzu, dass die Sparkasse, "wie die gesamte Finanzbranche", durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank mit enormen Herausforderungen konfrontiert sei: "Durch diese ist der Zinsüberschuss, die Hauptertragsquelle für Sparkassen, seit längerem spürbar rückläufig." Weshalb man intensiv geprüft habe, ob die Struktur und Nutzung der Geschäftsstellen noch den "vielfältigen Erfordernissen und Nutzungsverhalten entsprechen". Kundennähe sei der Bank nach wie vor wichtig, wird Vorstandsvorsitzender Helmut Muggenthaler in der Meldung zitiert - "auf Veränderungen bei der Nachfrage wollen und müssen wir aber reagieren". Auf der Basis dieser Überlegungen wolle die Sparkasse daher ihr Geschäftsstellennetz "optimieren" und sich auf Standorte konzentrieren, an denen eine ausreichende Kundenfrequenz für Serviceleistungen und Beratung bestehe.

Der Standort Oberahrain im Landkreis Landshut ist ab 2021 Vergangenheit.
Der Standort Oberahrain im Landkreis Landshut ist ab 2021 Vergangenheit. © Gudrun Schraml

Zum 31. Dezember wird daher die Geschäftsstelle in Viecht geschlossen. Ob sie mit der Geschäftsstelle in Tiefenbach oder in Buch am Erlbach zusammengelegt wird, sei noch nicht entschieden, so Thomas Joos, Pressesprecher der Sparkasse Landshut, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Geschäftsstelle Auloh im Osten der Stadt Landshut wird zum 31. Dezember 2021 mit der Geschäftsstelle am Kaserneneck zusammengelegt. Ab 2021 wird außerdem der Standort Oberahrain mit Essenbach und ab 2022 Bayerbach mit Ergoldsbach zusammengelegt werden. Oberahrain und Bayerbach sollen stattdessen mit sogenannten SB-Stellen ausgestattet werden, die neben einem Geldautomaten auch über Kontoauszugsdrucker und ein Überweisungsterminal verfügen. Hinzu kommt ab dem zweiten Halbjahr 2021 ein Geldautomat an der Hochschule Landshut.

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Mit den vier Geschäftsstellen in der Region Landshut werden außerdem noch die Sparkassen-Standorte in Wildenberg (Landkreis Kelheim) und in Laberweinting (Landkreis Straubing-Bogen) geschlossen.

Von einst 51 Standorten werden nur 33 übrigbleiben

Das Personal der zu schließenden Geschäftsstellen werde an den Standorten weiterbeschäftigt, mit denen die betroffenen Geschäftsstellen zusammengelegt werden, so Sparkassen-Sprecher Joos. "Da braucht sie niemand Sorgen zu machen." Was die Reaktionen der Kunden auf die Schließungen betrifft, stellt Joos fest, dass diese von Verständnis reichten bis zum "Wunsch Einzelner, die Geschäftsstelle vor Ort möge erhalten bleiben". Insgesamt jedoch, so Joos, lasse sich die Entscheidung letztlich auf der Verhalten der Kunden selbst zurückführen: "Und die unterstützen das Online-Angebot."

Zum 31. Dezember schließt die Filiale in Viecht im Landkreis Landshut.
Zum 31. Dezember schließt die Filiale in Viecht im Landkreis Landshut. © Franziska Oppermann

Vor zehn Jahren hatte die Sparkasse Landshut, deren Geschäftsgebiet sich über die Stadt Landshut und vier Landkreise erstreckt, noch 51 Geschäftsstellen. Von den aktuell 39 Standorten werden nach Schließungen und Zusammenlegungen bis 2022 noch 33 übrig sein.

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