Radau im Wohnheim: Was ist los an der Ritter-von-Schoch-Straße?

Seit April musste die Polizei mehrere Dutzend Mal an die Ritter-von-Schoch-Straße ausrücken, weil sich ein paar wenige nicht beherrschen können.
| Carmen Merckenschlager
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In den vergangenen Wochen und Monaten muss immer wieder die Polizei zum Wohnheim an der Ritter-von-Schoch-Straße ausrücken, weil einige wenige Krawall machen und sogar handgreiflich werden.
In den vergangenen Wochen und Monaten muss immer wieder die Polizei zum Wohnheim an der Ritter-von-Schoch-Straße ausrücken, weil einige wenige Krawall machen und sogar handgreiflich werden. © Schweder

Landshut - Faustschläge, Beleidigungen, Radau - an der Ritter-von-Schoch-Straße kommt es derzeit regelmäßig zu Polizeieinsätzen im Studentenwohnheim. Auch am Montag gegen 18.45 Uhr sind die Beamten wieder einmal zu einer Körperverletzung gerufen worden. Ein 19-Jähriger verletzte laut Polizei dabei einen 21-Jährigen im Streit. Der Täter konnte aber vor der Polizei flüchten.

Studentenwohnheim in Landshut: Mehreren Polizei-Einsätze

Etwa neun Stunden später musste die Polizei schon wieder anrücken. Gegen 3.40 Uhr hatten Unbekannte mit einem Feuerlöscher im Heim herumgesprüht. Sie richteten den Feuerlöscher auch unter der Tür eines Bewohners in dessen Zimmer hinein. Durch die Polizei konnten drei Täter ausgemacht werden: Dabei war auch der 19-Jährige, der nur wenige Stunden zuvor schon einen Mann verletzt hatte. Die Männer waren alle stark betrunken, traten den Beamten gegenüber aggressiv auf und beleidigten sie persönlich.

Um weitere Zwischenfälle zu verhindern, wurden zwei der drei Täter laut Polizei in die Ausnüchterungszelle gesteckt, der Dritte kam mit einer Verwarnung davon. Im Laufe des gestrigen Vormittags wurden die beiden Männer aber wieder freigelassen.

Doch was ist los in dem Wohnheim?

Schlagen hier partywütige Studenten über die Stränge? Nicht unbedingt, denn: Besonders der 19-Jährige, der nun schon mehrmals in die Auseinandersetzungen involviert war, ist nur ein Besucher und an der Adresse des Heims nicht gemeldet. "In dem Heim wohnen neben Studenten auch andere Leute", erklärt Polizeisprecher Patrick Baumgartner. "Es sind nur ein paar ganz wenige, wegen denen wir ausrücken müssen. Die machen dafür richtigen Blödsinn."

Seit April musste die Polizei mehrere Dutzend Mal an die Ritter-von-Schoch-Straße fahren. Es handelte sich bei den Einsätzen um Ruhestörungen, Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz und Körperverletzungen. "Der Großteil der Bewohner dort ist sehr vernünftig. Oft werden wir auch von denen gerufen. Immerhin ist gerade Prüfungsphase bei den Studenten. Die wollen also auch Ruhe haben", so Baumgartner.

Polizei spricht bereits von Brennpunktvermeidung

Weil die Einsätze derartig zugenommen haben, spricht der Polizeisprecher bereits von Brennpunktvermeidung. "Dazu darf es nicht werden, deshalb sind wir immer wieder vor Ort und holen die Kohlen aus dem Feuer", so der Sprecher.

Wegen des Vorfalls am Montag erwarten die Unruhestifter nun diverse Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Missbrauch von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln sowie Beleidigung. Auch wegen der vorangegangenen Vorfälle werden sich die Rabauken verantworten müssen.

Wegen der starken Häufung habe sich die Polizei mit dem Geschäftsführer der Hausverwaltung kurzgeschlossen. Auch unsere Zeitung hat bei der Firma nachgefragt. "Wir wissen um die Probleme, die es dort leider derzeit gibt", erklärt Roland Wanninger, Geschäftsführer der zuständigen Hausverwaltung. Deshalb habe man nun Konsequenzen gezogen. Zwei fristlose Kündigungen und ein Hausverbot für einen Besucher wurden ausgesprochen, erste Angebote von Sicherheitsfirmen eingeholt.

Hausverwaltung und Polizei arbeiten zusammen

"Durch das Verhalten von einigen wenigen wird leider der gesamte Ruf geschädigt, deshalb versuchen wir mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Personen aus der Anlage zu entfernen", so Wanninger. Von den fristlosen Kündigungen und dem Hausverbot verspreche man sich viel. Auch mit der Polizei wolle man weiterhin eng zusammenarbeiten.

Bereits vor Monaten habe man im Haus um Hinweise zu den Randalierern gebeten. Wanninger: "Wir stehen mit den Bewohnern in engem Austausch. So konnten wir die Namen der betreffenden Bewohner herausfinden und schließlich handeln."

Wann wieder Ruhe für die restlichen Studenten, Azubis und Angestellten einkehrt, bleibt abzuwarten. Vonseiten der Hausverwaltung sei man zuversichtlich, dass sich die Lage im Wohnheim bald wieder beruhigen wird.

Mehrere Polizei-Einsätze

Wie die AZ Landshut bereits berichtete, sind am Mittwoch vergangene Woche Polizisten zu dem Studentenwohnheim gerufen worden, weil ein betrunkener 22-Jähriger einen anderen mit der Faust ins Gesicht schlug und sein Gegenüber verletzte. Nur wenige Tage zuvor stiftete der mittlerweile bekannte 19-Jährige gehöriges Chaos. Bereits am Vormittag pöbelte er betrunken Menschen am gegenüberliegenden Kletterpark an, beschädigte ein geparktes Auto mit einem Einkaufswagen und schüttete Bier über ein Polizeiauto.

Ein paar Stunden später versuchte er, ins Wohnheim einzubrechen, schlug einen 26-Jährigen und legte sich mit den erneut verständigten Beamten an und versuchte, diese anzuspucken. Der junge Mann wurde auch zu diesem Zeitpunkt in Gewahrsam genommen. Wegen der Vorfälle von vergangener Woche erwarten den Unruhestifter nun Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte.

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