Parkplatz am Prantlgarten: Vorerst ist kein Reibach zu machen

Der Parkplatz der Stadt am Prantlgarten wird auf absehbare Zeit nicht zu Baugrund werden. Einst befanden sich dort Tennisplätze, die vor sechs Jahren den 70 Parkplätzen weichen mussten.
| Uli Karg
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Seit 2015 gibt es zwischen Prantlgarten und Kolpingstraße 70 Stellplätze auf städtischem Grund. Aufgrund einer Entschädigungsauflage des Denkmalschutzes für das alte Franziskanerkloster darf entlang der Klostermauer (hinten) nicht gebaut werden.
Seit 2015 gibt es zwischen Prantlgarten und Kolpingstraße 70 Stellplätze auf städtischem Grund. Aufgrund einer Entschädigungsauflage des Denkmalschutzes für das alte Franziskanerkloster darf entlang der Klostermauer (hinten) nicht gebaut werden. © Uli Karg

Im Vorfeld der Haushaltsklausur am 13. Februar wird im politischen Landshut die ein oder andere Überlegung angestellt, welche Möglichkeit des finanziellen Erlöses sich der Stadt noch bieten könnte. In der Diskussion ist dabei auch ein Grundstück zwischen Prantlgarten und Kolpingstraße. Einst befanden sich dort Tennisplätze, die vor sechs Jahren 70 Parkplätzen gewichen sind. Hier werde städtischer Boden weit unter Wert genutzt, lautet daher der Vorwurf. Laut Baureferat sind der Stadt in diesem Fall jedoch die Hände gebunden.

2011 fand für das Grundstück ein städtebaulicher Wettbewerb im Zusammenhang mit dem (inzwischen bebauten) Kolpingareal statt. Beteiligt hatten sich damals mehrere Landshuter Architekturbüros. Die Jury (unter anderem besetzt mit der damaligen Vorsitzenden des Gestaltungsbeirats) einigte sich auf den Entwurf des Büros Leinhäupl + Neuber. Dieser sah Schaugiebel-Fassaden und eine Bebauung entlang der historischen Mauer des alten Franziskanerklosters unter Einbeziehung des (inzwischen sanierten) ehemaligen Tennisheims vor.

Fünf bis sechs Millionen Euro wären wohl drin

Für das 4000 Quadratmeter große Areal könnte die Stadt wohl zwischen fünf und sechs Millionen Euro erlösen - wenn zwischenzeitlich nicht ein anderes Bauprojekt dazwischengekommen wäre. Dass sich die Bebauungspläne zerschlugen, liegt laut Baureferent Johannes Doll nämlich an der Sanierung des alten Franziskanerklosters.

Im Dezember 2013, zwei Jahre nach dem Wettbewerb, sprach sich der Stadtrat dafür aus, das Franziskanerkloster zu sanieren, um dort das Stadtmuseum einzurichten. Das Landesamt für Denkmalpflege habe dann, so Doll, mitgeteilt, dass Entschädigungen für die Sanierung nur dann fließen würden, wenn die Klostermauer von Bebauung frei gehalten wird. Bislang ist der erste von drei Bauabschnitten der Kloster-Sanierung abgeschlossen. Eine Fertigstellung der Baumaßnahmen, so lautete vor zwei Monaten eine Prognose im Bausenat, wäre bis Herbst 2024 möglich. Bis dahin, so Doll, "halte ich die Zwischennutzung mit Parkplätzen für vertretbar". Aktuell werden diese an Anwohner vermietet.

Wartner und Mitstreiter lehnen Bebauung ab

Ganz genau beobachtet die Parkplatzentwicklungen auch Helmut Wartner. Der Landshuter Landschaftsarchitekt und Stadtplaner ist Initiator der Aktion "Anton Tschechow - der neue Kirschgarten im Prantlgarten". Wartner und seine Mitstreiter lehnen eine Bebauung mit nicht-öffentlicher Nutzung "dieses städtischen Filetstückes" ab und setzen sich stattdessen für einen Kirschbaum-Park an gleicher Stelle ein. Mittlerweile seien zwölf Kirschbäume für das Areal gespendet worden, so Wartner. Prominentester Spender bis dato: Altoberbürgermeister Josef Deimer, der ihm in einem Begleitbrief zur Baumspende geschrieben habe, dass man das Grundstück seinerzeit erworben hat, um es zunächst zweckfrei für eine eventuelle spätere öffentliche Nutzung vorzuhalten.

Entstanden sei die Idee des Kirschgartens, so Wartner, anlässlich des bereits erwähnten städtebaulichen Wettbewerbs im Jahr 2011. Zusammen mit dem Büro Neumeister & Paringer Architekten habe er damals für einen Obstgarten plädiert. "Das war eine architekturhistorische Stadtplanungslösung, nachdem wir recherchiert hatten, dass das Areal durch die Jahrhunderte immer als Obstgarten genutzt worden war."

Bei der Jury fiel der Vorschlag durch. Die damalige Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, die Berliner Architektin Petra Kahlfeldt, sprach von einer "netten Studentenarbeit". Helmut Wartner wiederum stellt klar, dass der Entwurf absolut ernst gemeint gewesen sei. "Und ich habe mittlerweile auch von städtischer Seite gehört, dass die Bäume mit etwas Glück wohl das wären, was am längsten stehenbleiben würde." Hört man sich unter den Büros um, die 2011 ebenfalls teilgenommen hatten, ist ebenfalls zu hören, dass man über die Parklösung nachdenken sollte. "Wir haben in der Innenstadt einfach kaum barrierefreie Freiflächen von hoher Qualität", so ein Landshuter Architekt.

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