Landshut: Leider geschlossen - immer mehr Geschäfte sind zu

Was sind die Gründe für die Leerstände in der Landshuter Innenstadt? Es sind wohl die zu hohen Mieten.
| Emanuel Socher-Jukiæ
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Das Haus steht leer.
cv 4 Das Haus steht leer.
Der ehemalige Teeladen in der Altstadt. Foto: Emanuel Socher-Jukic
Christine Vinçon 4 Der ehemalige Teeladen in der Altstadt. Foto: Emanuel Socher-Jukic
Leerstand in den Feldmannhäusern...
Christine Vinçon 4 Leerstand in den Feldmannhäusern...
Wäsche Distler ist in Landshut Geschichte.
Christine Vinçon 4 Wäsche Distler ist in Landshut Geschichte.

Landshut - In Landshuts Innenstadt stehen derzeit aber auch wieder einige Geschäftsflächen leer. Augenfälligstes Beispiel: die ehemalige Müller-Filiale Ecke Altstadt/Rosengasse. Die meterlangen leeren Schaufensterfronten sind nicht gerade eine Visitenkarte für die Einkaufsstadt Landshut. Die Eigentümer sind immer noch auf der Suche nach einem neuen Mieter. Und auch weitere, vor allem kleinere Flächen in Alt- und Neustadt und den Gassen stehen derzeit leer.

Ist das jetzt alles Teil normaler Marktbewegungen oder Zeichen für den kränkelnden Einzelhandel und der Anfang einer Abwärtsbewegung? So eindeutig lässt sich die Frage nicht beantworten, denn das Thema ist vielschichtig. Leerstände habe es immer gegeben, sagt beispielsweise Johann Winklmaier, Leiter des Liegenschaftsamtes. Der derzeitige Leerstand bewege sich auf "normalem Niveau". In dieser Hinsicht gibt ihm Albert Schiener Recht. "Aber für die Ladenflächen, die man hat, braucht man mittlerweile ewig, um sie loszubringen", sagt der Immobilienmakler Schiener. Es sei ein "Gewaltakt" die Flächen zu vermarkten.

Zu hohe Preisvorstellungen der Vermieter

Zu seinem derzeitigen Angebot zählen auch zwei Ladenflächen in der unteren Altstadt, in einer war viele Jahre ein Teeladen. Anfragen erhalte er wenig von Handelsseite, mehr von Gastronomen. "Da haben wir sehr viele Nachfragen." Dass das Interesse von Einzelhändlern an Flächen in der Stadt nachlasse, macht Schiener unter anderem an den teils zu hohen Mieten fest. "Komplett verrückt" seien einige Vermieter von Ladenflächen, was deren Preisvorstellungen angehe. "Die finden dann keinen, aber das ist ihnen offenbar egal." Schiener zufolge gibt es aber auch andere Beispiele, bei denen die Vermieter künftigen Mietern entgegenkommen.

Zu hohe Mieterwartungen stellt auch Christian Boniberger bei manchen Vermietern fest. Boniberger ist Mitinhaber und Geschäftsführer des Modehauses Oberpaur und zugleich Vorsitzender der Interessengemeinschaft Landshut Innenstadt (ILI), einem Zusammenschluss von Einzelhändlern.

Rückgang der Besucherfrequenz in der Altstadt

In dieser Funktion spricht er immer wieder mit Hausbesitzern in der Innenstadt, deren Ladengeschäfte leer stehen. "Einige Vermieter haben den Strukturwandel im Einzelhandel nicht so mitbekommen", sagt Boniberger. Soll heißen: Während es in einzelnen Branchen deutliche Umsatzrückgänge gibt (die AZ berichtete vor Kurzem) , sind die Mieten immer noch auf hohem Niveau. So mache der Onlinehandel bei Textilien mittlerweile 20 bis 30 Prozent aus.

Und auch einen Rückgang bei der Frequenz nehmen Einzelhändler in der Landshuts Innenstadt wahr - durch Straßen-Baustellen rund um Landshut genauso wie bei Sperrungen der Grieserwiese, etwa zur Dult. Auch Boniberger nimmt in der Altstadt einen spürbaren Frequenzrückgang wahr. Angesichts dessen wünscht er sich, dass Vermieter in guten Lagen ihrer Verantwortung gerechter werden und sich dies auch in den Mieten niederschlägt.

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