Landshut: Kaum Chancen auf die Frühjahrsdult

Leicht bizarr: Trotz der sehr wahrscheinlichen Absage der Landshuter Frühjahrsdult hat der Dultsenat die Vergabe der Festzelte vorgenommen.
| Bernhard Beez
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Goaßlschnalzer auf der Dult im Frühjahr: Das wird es 2021 wohl nicht geben.
Archiv/Vincon Goaßlschnalzer auf der Dult im Frühjahr: Das wird es 2021 wohl nicht geben.

Landshut - Freitag, 16. April 2021: Mehrere hundert Schaulustige verfolgen in der Altstadt, wie der bestens gelaunte Oberbürgermeister Alexander Putz mit dem traditionellen Bieranstich die 635. Landshuter Frühjahrsdult eröffnet. Anschließend geht es im Umzug hinaus auf die Grieserwiese, wo schon nach kurzer Zeit Festplatz und Festzelte bestens gefüllt sind und alles auf das große Eröffnungsfeuerwerk wartet.

Eine schöne Vorstellung, die aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eintreten wird. "Die Möglichkeit, dass eine Frühjahrsdult stattfinden kann, ist äußerst gering", sagte Bürgermeister Thomas Haslinger am Donnerstag bei der Sitzung des Dultsenats. Da mutete es fast schon bizarr an, dass die Mitglieder des Gremiums trotzdem die wenig dankbare Aufgabe hatten, die Dultvergabe durchzuführen - ganz so, als gäbe es aktuell keine Pandemie, die auf der ganzen Welt zur Absage von Großveranstaltungen zwingt.

Zeltvergabe würde auch für die Bartlmädult gelten

Bevor es im nicht öffentlichen Teil an die Vergabe ging, wurde über Sinn und Unsinn des ganzen Prozederes diskutiert. "Was soll sich bis April groß ändern?", fragte etwa Stefan Gruber (Grüne). "Das alles ist doch völlig unrealistisch." Benedikt Neumeier, der Leiter des Ordnungsamts, wollte dem gar nicht groß widersprechen. Er erläuterte aber nachvollziehbar, warum man sich dennoch für die Durchführung der Vergabe entschieden habe: "Heute werden ja beide Dulten 2021 an Schausteller und Festwirte vergeben. Und damit haben wir schon mal Beschlüsse auf Vorrat, so dass wir auf Verwaltungsebene im Falle des Falles schnell reagieren können." Heißt: Sollte zumindest - in welcher Form auch immer - im Sommer die Bartlmädult stattfinden können, hat man zumindest schon mal die Vergabe dafür im Kasten.

 

Robert Mader (Freie Wähler) knüpfte daran an: "Wie flexibel können wir bei der Bartlmädult sein? Dass sie im gewohnten Umfang stattfindet, ist nur schwer vorstellbar." Neumeier sagte dazu, dass man noch nicht allzu tief in die Planung einsteigen könne. "Eine verlässliche Planung ist angesichts der sich ständig ändernden Lage auf so lange Sicht nicht möglich." Haslinger fügte hinzu, dass man eben aus diesem Grund im Mai eine zusätzliche Sitzung des Dultsenats einberufen werde. "Dann werden wir hoffentlich schon klarer sehen."

 

Lothar Reichwein (CSU/LM/JL/BfL) erkundigte sich, bis zu welchem Termin man denn die Frühjahrsdult absagen müsste. "Circa sechs Wochen vor Eröffnung", sagte Neumeier. Dies sei notwendig, um Schaustellern und Festwirten entsprechende Planungssicherheit zu geben. "Wir gehen aber fest davon aus, dass wir diese Entscheidung nicht selbst werden treffen müssen, sondern die Politik in München und Berlin das übernehmen wird."

 

Keine Überraschungen bei der Vergabe

Angesichts dieser diffusen Ausgangslage war unter den Stadträten die Lust, sich über die Bewerbungen von Festwirten und Schaustellern die Köpfe heiß zu diskutieren, sehr überschaubar. "Der Dultsenat ist einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt", konnte Senatsvorsitzender Haslinger aus der nicht öffentlichen Sitzung vermelden. Überraschungen blieben aus: Franz Widmann senior (Frühjahrsdult) und Franz Widmann junior (Bartlmädult) bekamen wieder das große Festzelt zugesprochen, Patrick Schmidt darf bei beiden Volksfesten seine Festhalle aufstellen. Und Alexander Tremmel erzielt den Zuschlag für das dritte Zelt.

Für die beiden großen Festzelte gab es diesmal sogar mehrere Gegenkandidaten von außerhalb, am Ende setzten sich aber erwartungsgemäß die Platzhirsche im Bewerbungsverfahren durch. Einen erheblichen Rückgang - die Verwaltung sprach von circa 30 Prozent - gab es hingegen bei den Bewerbungen für die Vergnügungsdult.

"Da macht sich Corona mit all seinen Folgen auf jeden Fall schon bemerkbar", sagte Haslinger. Allerdings hätte man kein Problem gehabt, den Festplatz - auch mit attraktiven Fahrgeschäften - voll zu bekommen. Und nun gilt es abzuwarten, bis von der Politik das Signal kommt.

Das aller Wahrscheinlichkeit nach lauten wird: Großveranstaltungen bleiben auch weiterhin untersagt.

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