Landshut: Entwurf für neues Stadttheater abgesegnet

Die Zukunft des Projekts steht und fällt mit den Förderzusagen von Bund und Freistaat.
| Uli Karg
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Der große Saal des Theater-Neubaus nach Entwürfen des Konstanzer Architekturbüros "bächlemeid" sieht eine Wandverkleidung mit gelochten Kupferelementen vor, hinter denen sich ein Akustikvlies befindet.
Der große Saal des Theater-Neubaus nach Entwürfen des Konstanzer Architekturbüros "bächlemeid" sieht eine Wandverkleidung mit gelochten Kupferelementen vor, hinter denen sich ein Akustikvlies befindet. © bächlemeid (Animation)

Landshut - Nachdem der Stadtrat im Januar beschlossen hatte, die weitere Planung für Generalsanierung und Erweiterung des Stadttheaters zu betreiben, wurde am Freitag im Plenum der Entwurf mit Kostenberechnung vorgestellt. Die Gesamtkosten des Projekts werden aktuell auf 79 Millionen Euro veranschlagt. Im Falle optimaler Förderquoten läge der Eigenanteil der Stadt bei einem Betrag zwischen zwölf und 21 Millionen Euro. Neben einem in dieser Breite bislang nicht gekannten Bekenntnis der Stadträte zum Theaterbau, herrschte indes auch Einigkeit darüber, dass das Gesamtprojekt mit den ausstehenden Förderzusagen steht - und schlimmstenfalls fällt.

 

Martin Bächle vom Konstanzer Büro "bächlemeid" betonte bei der Vorstellung des Entwurfs den scharf kalkulierten Ansatz der Planung: "Wir wollen nur das bauen, was man wirklich braucht." Ziel seines Büros sei es zudem, das neue Haus in allen Belangen in den Dienst des bereits bestehenden Bernlochnerkomplexes zu stellen. Für den Bestand wiederum gelte eine "sanfte" Sanierung", um die Kosten im Griff zu haben.

 

Neues Stadttheater: "Brillantes Gebäude"

Hans Zistl-Schlingmann, der für die Stadt als Leiter der Stabsstelle im Baureferat für das Projekt zuständig ist, bezeichnete den Entwurf gegenüber unserer Zeitung als "brillantes Gebäude". Was die angestrebte Fertigstellung der Maßnahme im zweiten Quartal 2025 betrifft, sagte er an den Stadtrat gewandt: "Es ist schaffbar, wir haben aber nicht die Zeit, das Ganze aufzuschieben, da sonst die Kosten steigen."

Mit Bestuhlung des Orchestergrabens würden im Theater-Neubau 433 Besucherplätze zur Verfügung stehen, im historischen, sanierten Theatersaal (der als Studiobühne genutzt werden würde) ständen 167 Plätze zur Verfügung. Zudem ermögliche der Entwurf eine Gesamtnutzung des Bernlochnerkomplexes für große Veranstaltungen.

Wie läuft die Finanzierung des Millionenprojekts?

Was die Förderfähigkeit betrifft, wies Zistl-Schlingmann nochmals auf den Regelfördersatz des Freistaats für kommunale Theater hin, der 75 Prozent der förderfähigen Kosten betrage (die Fördersumme läge damit für Landshut zwischen 46 und 49 Millionen Euro). Auf der Grundlage des Entwurfs könnte ein Förderantrag im kommenden Frühjahr gestellt werden. Zudem seien Mittel aus der Städtebauförderung in Höhe von 2,2 Millionen Euro möglich. Hinzu könnte eine Förderung im Bundesprogramm "Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus in Betracht" kommen, für das sich die Stadt bereits beworben hat.

 

Sollte diese Bewerbung erfolgreich verlaufen, könnten bis zu 90 Prozent der nicht vom Freistaat geförderten Kosten abgedeckt werden. Was einem Betrag zwischen zehn und 16 Millionen Euro entspräche – vorausgesetzt, so Zistl-Schlingmann, der Bund stelle ausreichend Mittel ein. Ansonsten seien alle Voraussetzungen für die Bundesförderung erfüllt.

Von besonderer Bedeutung sei in diesem Zusammenhang die explizit geforderte Beteiligung der Bürgerschaft. Diese zeige sich in Landshut nicht nur dadurch, dass die Theaterfreunde Landshut einen Betrag von 200.000 Euro zur Verfügung stellen. Auch die neugegründete Bürgerinitiative "Unser Theater soll leben" habe bereits eine Spende in Höhe von 6.000 Euro zugesagt. Sollte es mit der Bundesförderung nicht klappen, läge der Eigenanteil der Stadt bei 30 Millionen Euro.

Letztlich nahm der Stadtrat den Entwurf einstimmig ab. In einer bislang nicht gezeigten Geschlossenheit stellte sich das Plenum damit hinter das Theaterprojekt. Was die weitere Planung betrifft, so Putz, könne man sich aufgrund der noch nicht erteilten Förderungen aktuell keine weiterreichenderen Beschlüsse erlauben.

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