Landshut: Eine neue Furche für die Lurche

Im Naturschutzgebiet am ehemaligen Standortübungsgelände werden alle paar Jahre Laich-Rillen mit schwerem Gerät gezogen.
| Claudia Hagn
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Mit schwerem Gerät werden die Furchen gezogen, in denen im Frühjahr die Gelbbauchunke wieder laicht.
Mit schwerem Gerät werden die Furchen gezogen, in denen im Frühjahr die Gelbbauchunke wieder laicht. © Hagn

Landshut - Die Gelbbauchunke ist so etwas wie eines der Wappentiere des ehemaligen Standortübungsgeländes nahe Auloh. Der kleine Froschlurch hat - wie romantisch - herzförmige Pupillen und laicht am liebsten in flachen Gewässern und Tümpeln.

Panzerspuren lockten die Gelbbauchunke an

Als die Bundeswehr noch mit ihren Panzern im jetzigen Naturschutzgebiet herumfuhr, pflügte sie mit dem schweren Gerät tiefe Fahrspuren in die Erde - der Boden verdichtete sich, Wasser sammelte sich darin, konnte schlechter abfließen; und die Gelbbauchunke fand hervorragende Bedingungen für ihren Nachwuchs vor.

Die Bundeswehr verschwand - jetzt hilft der Naturschutz nach

Doch irgendwann verschwand die Bundeswehr und mit ihnen auch die Panzerspuren und der verdichtete Boden. Ein Problem für das Laichverhalten der Unken; doch seit vielen Jahren hilft der Naturschutz nach, um für die Lurche wieder gute Laichbedingungen zu schaffen. Die Tümpel und Gewässer müssen ohne Fischbesatz oder andere Larven sein - diese Feinde kann die Unke für ihren Nachwuchs nicht brauchen.

Die Gelbbauchunke war Lurch des Jahres 2014 und hat herzförmige Pupillen.
Die Gelbbauchunke war Lurch des Jahres 2014 und hat herzförmige Pupillen. © Fabian Hertrich

Die Naturschutzbehörde ackert für den Bestand der Tiere

Ihre normalen Lebensräume gehen zudem immer stärker zurück, daher ist sie auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Mit einem Rückewagen, der normalerweise zur Holzarbeit verwendet wird, wurden am Donnerstagmorgen wieder tiefe Furchen in das verschneite Plateau im Naturschutzgebiet gepflügt. 18 Tonnen wiegt der Zug, seine Spuren sind unübersehbar und rund 30 Zentimeter tief. In den Rillen wird sich im Frühjahr das Wasser sammeln, ab April erwacht die Gelbbauchunke aus ihrer Winterstarre unter Asthaufen und Steinen - und fängt an zu laichen. Am ehemaligen Standortübungsgelände gibt es laut Gebietsbetreuer Fabian Hertrich von der Unteren Naturschutzbehörde einen bayernweit bedeutenden Bestand der Tiere; und das soll auch so bleiben. Daher wird alle paar Jahre mit schwerem Gerät die Erde bearbeitet.

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Viel Aufwand für den kleinen Froschlurch

Die Aktion wird gefördert von der Regierung von Niederbayern, beteiligt ist zudem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, der das Gelände gehört und der Bundesforst, der bei der Bewirtschaftung hilft. Der Rückezug kommt von der Heilig-Geist-Stiftung, die auch einen großen Waldbestand, unter anderem an den Isarhangleiten, besitzt. Viel Aufwand also für eine kleinen, warzigen Froschlurch mit Herzpupillen - den es ohne das aber einfach wohl nicht mehr im Naturschutzgebiet gäbe.

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