Landshut: Ein Leuchten gegen die Gewalt

Die Bauwerke sollen ein Zeichen sein am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
| Claudia Hagn
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Orange wird das Rathaus in Landshut auch an diesem Donnerstag beleuchtet - als Zeichen gegen Gewalt.
Orange wird das Rathaus in Landshut auch an diesem Donnerstag beleuchtet - als Zeichen gegen Gewalt. © Zonta

Landshut - Wenn am Donnerstagabend in Landshut und Ergolding viele Bauwerke orangefarben angestrahlt werden, hat das nichts mit der Vorweihnachtszeit zu tun, sondern mit einem sehr ernsten Hintergrund: Mit der Beleuchtung will der Zonta Club auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen.

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Weltweit werden an diesem Donnerstag Gebäude unter dem Motto "Orange the World" beleuchtet, so Patricia Steinberger, Präsidentin des Zonta Club Landshut. Steinberger nennt erschreckende Zahlen: "Allein in Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexualisierter Gewalt betroffen", so Steinberger. "Und jeden zweiten bis dritten Tag wird eine Frau durch den Ehemann oder Lebenspartner getötet. Jede betroffene Frau ist eine zu viel" ergänzt Sabine Saxstetter, Vizepräsidentin und Leiterin der AG.

Diese Gebäude werden in Landshut beleuchtet sein

Von 17 bis 21 Uhr werden am Donnerstag in Landshut unter anderem das Landshuter Rathaus, Ländtor, Röcklturm, Wasserrad Uniper, die Polizei, Alpenstrand, Bernlochner und viele weitere Gebäude in Neu- und Altstadt sowie in Ergolding Ergomar, Rathaus und das Bürgerhaus orange leuchten.

Während Corona-Krise hat häusliche Gewalt zugenommen

Für Steinberger ist der Gedanke, dass Partner gegenüber ihren Partnerinnen gewalttätig sind, schier unbegreiflich: "Dass ausgerechnet jemand, dem man eigentlich restlos vertraut, das seiner Frau antut, ist immens schlimm." Vor allem in Coronazeiten habe häusliche Gewalt zugenommen.

Viele Frauen sähen sich sukzessive immer mehr Gewalt ausgesetzt, der Prozess sei oft schleichend und die Betroffenen verlören nach und nach immer mehr an Selbstbewusstsein. Viele müssten erst eine lange Strecke gehen, auch aus der Überwachung und der Abhängigkeit des Partners ausbrechen, bevor sie überhaupt Hilfe suchten, sagt Steinberger. Dabei ziehe sich Gewalt an Frauen durch alle Gesellschaftsschichten.

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Das Schweigen zu brechen, auf das Problem Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen - dies ist das Ziel der Aktion am Donnerstagabend. "Eigentlich müsste man jeden Abend die Gebäude orange beleuchten", sagt Steinberger, da so viele Frauen betroffen seien.

Wegschauen sei keine Option: Wer im Familien- oder Freundeskreis bemerke, dass eine Frau Gewalt ausgesetzt sei, müsse handeln und der Betroffenen Hilfe anbieten.

Nicht wegschauen, sondern betroffenen Frauen helfen

Wer sich als Frau, die Gewalt erlebt hat, selbst Hilfe suchen möchte, kann dies niederschwellig zum Beispiel beim bundesweiten Hilfetelefon unter der Nummer 08000/116 016 und via Online-Beratung tun. Dort finden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung - 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, Gehör. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte berät das Hilfetelefon anonym und kostenfrei.

Vor Ort helfen kann die "Lis - Landshuter Interventionsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt". Hier lautet die Nummer 0871/430 11 48, die E-Mail-Adresse ist info@info-lis.de.

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