Kundgebung vor der Martinskirche: Für mehr Tierschutz

Das Agrarbündnis Bayern hält eine Kundgebung gegen Massentierhaltung ab.
| Kerstin Petri
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Die beteiligten Verbände der Kundgebung vor der Martinskirche.
Die beteiligten Verbände der Kundgebung vor der Martinskirche. © Stefan Englbrecht

Landshut - Dass es höchste Zeit wird, von der Massentierhaltung wegzukommen, machte ein breites Bündnis aus 13 Verbänden aus Umwelt-, Tierschutz-, Bauern- und Verbraucherorganisationen bei einer Kundgebung am Donnerstag vor der Martinskirche deutlich. "Diese Form der Tierhaltung hat keine Zukunft mehr", so die Verbände.

Billigangebote und -produkte müssen aus den Kühltheken verschwinden

Josef Schmid, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bayern, sagte, dass die Tierhaltung nach den Vorschlägen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, der sogenannten Borchert-Kommission, umgebaut werden muss. "Dazu muss der Mehraufwand der Landwirte in den Lebensmittelpreisen erscheinen. Billigangebote und -produkte, die nicht unseren heimischen Standards entsprechen, müssen aus den Kühltheken verschwinden." Erst dann könne von den Verbrauchern ein umweltbewusstes und ökologisches Einkaufen verlangt werden.

 

Auch Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut und Mitglied im Landesvorstand des Bund Naturschutz in Bayern, ist der Meinung, dass eine nachhaltige, zukunftsfähige Landwirtschaft nicht mit billig vereinbar ist. "Viele Konsumenten sind heute längst bereit, bei Fleisch und anderen tierischen Produkten höhere Preise zu bezahlen, wenn sie die Sicherheit haben, mit ihrem Geld eine artgerechte Tierhaltung zu unterstützen." Dafür brauche es entsprechende Label. Eine gesetzlich verbindliche Haltungskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte fehle bislang. "Wir brauchen eine Systemänderung in der Tierhaltung, in welcher das Tier als Lebewesen behandelt wird und nicht nur als Ware", so Mühlebach-Sturm.

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Ulrike Bayer vom Schutzbündnis Tier und Umwelt Landshut kritisierte, dass trotz Bilder und Dokumente, die über Tierschutzverletzungen in Schlachthöfen vorlägen, nichts passiere. Das Schutzbündnis fordere ein sofortiges Verbot der "grausamen Praxis der CO2-Betäubung" sowie wirksame Kontrollen des Tierschutzes bei der Aufzucht und in der Haltung der Tiere und schärfere Sanktionen bei Verstößen gegen den Tierschutz. Den wirksamsten Hebel hätten momentan die Verbraucher bei der Entscheidung, welches Fleisch sie kaufen, so Bayer.

Die Hoffnung der Redner liege nun auf der neuen Bundesregierung, dass diese "die Weichen für eine Agrarwende von einer industriellen hin zu einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft stellen wird", wie Konrad Haberberger vom Schutzbündnis Tier und Umwelt Landshut sagte.

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